Neues Ärztehaus in Waren: Sechs Praxen unter einem Dach ab 2027
Ärztehaus in Waren: Sechs Praxen ab 2027

Das lange Rätselraten um den großen Rohbau in Warens Ostsiedlung hat ein Ende: Dort soll ein neues Ärztehaus entstehen. Wie der Nordkurier von Anwohnern erfuhr, wunderte sich die Nachbarschaft schon länger über das große Gebäude, das in der Heinrich-Seidel-Straße seit fast einem Jahr errichtet wird. Kein Schild am Bauzaun verriet, was hier passiert. Die Stadt Waren ist finanziell nicht an dem Projekt beteiligt, wie auf Nachfrage aus dem Rathaus zu erfahren ist.

Ärztehaus könnte Anfang nächsten Jahres öffnen

Nordkurier-Informationen zufolge ist der Bauherr des künftigen Ärztehauses die B. Köthenbürger Grundstücksgesellschaft, deren Eigentümer Ivo Schwarck ist. Er ist gleichzeitig Geschäftsführer der ortsansässigen Baufirma Köthenbürger HTI, die an den Bauarbeiten zusammen mit anderen Firmen beteiligt ist. Das Unternehmen selbst informierte zwar in den sozialen Medien über das Bauvorhaben, eine große öffentliche Werbekampagne gab es jedoch nicht.

Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Ivo Schwarck, das künftige Ärztehaus sei bereits ausgebucht. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte es Ende des Jahres fertig gebaut sein und im Januar oder Februar 2027 öffnen, kündigt Schwarck an.

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Sechs große Einheiten mit vielen Mitarbeitern

Sechs große Einheiten mit vielen Mitarbeitern sollen nach eigenen Angaben in dem Gebäude Platz finden. „Von einer Apotheke bis zum Zahnarzt und Urologen wird viel dabei sein“, sagt er. Details wolle er aber noch nicht nennen. Das Gebäude solle auf alle Fälle 1700 Quadratmeter vermietbare Fläche bieten.

Warens Ostsiedlung sei bisher ärztlich kaum bis gar nicht versorgt. „Wir haben den Bedarf erkannt, nachdem uns mehrere Ärzte angesprochen haben“, berichtet Ivo Schwarck. „Mir war das Projekt ein Anliegen, weil es sinnvoll ist, Ärzte an einem Ort komprimiert zu haben. Einige ältere Bürger hat das an die Polikliniken aus DDR-Zeiten erinnert, und das war auch so ein bisschen der Gedanke dahinter“, erklärt der Warener Unternehmer. Polikliniken waren in der DDR die zentralen, staatlichen Einrichtungen der ambulanten medizinischen Grundversorgung, in denen verschiedene Fachärzte unter einem Dach arbeiteten.

Nächste Projekte schon in Aussicht

Für genug Parkplätze möchte der Bauherr ebenfalls sorgen. Es soll eine Tiefgarage geben und weitere Parkflächen hinter dem Haus. So sollen gerade ältere Menschen möglichst barrierefrei Zugang zum Ärztehaus haben. Zusätzlich werde es auch einen großen Aufzug geben, der darauf ausgelegt ist, Krankenhausbetten mitsamt Patienten und Begleitpersonal sicher und komfortabel zu transportieren.

Insgesamt rechnet Schwarck mit einer Investitionssumme von etwa fünf Millionen Euro. Ob es angesichts steigender Material- und Lieferkosten bei diesem Budget bleibt, könne er nicht genau sagen. Perspektivisch könnte sogar noch ein zweites Objekt dazukommen, gibt Ivo Schwarck bekannt. Dies könnte ein weiteres Ärztehaus werden oder für altersgerechtes Wohnen genutzt werden. „Auf das große Gelände kann man noch einiges draufsetzen“, gibt der Unternehmer einen Ausblick. Zuvor hatte seine Firma das Areal lange als Betriebshof genutzt, bis sie in Richtung Warensberg umgezogen war.

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