„Deutscher Sheriff“: Auswanderer Ronny Pahl triumphiert in Kanada
„Deutscher Sheriff“ kehrt nach Jarmen zurück

Der gebürtige Vorpommer Ronny Pahl (44) führt als Beamter in Kanada ein geruhsames Leben, abgesehen von seinem Reisefieber. Doch eine Begegnung mit dem Arbeitsamt vor rund 25 Jahren hat er nicht vergessen. Das Arbeitsamt in Greifswald war mehr als skeptisch, als es um seine berufliche Zukunft ging. Ein Beamter sagte damals zu ihm: „Du fauler Hund, aus Dir wird nichts.“ Seine Mutter Birgit Pahl, die dabei war, erinnert sich noch genau an diese Worte. Ronny war erschüttert, aber ließ sich nicht unterkriegen.

Vom Lehrling zum Weltenbummler

Ronny räumt ein, in der Schule nicht der Fleißigste gewesen zu sein. Aber das spornte ihn an, es allen zu zeigen. Schon zum Ende der Schulzeit packte ihn die Lust auf ferne Länder. Nach seiner Lehre zum Zimmermann begann er 2001 eine Walz, die ihn dreieinhalb Jahre durch Europa und bis nach Nordamerika führte. 2005 kehrte er erstmals zurück und erkannte, dass gute Arbeit im Ausland besser geschätzt wird – mit höheren Löhnen und niedrigeren Steuern. Kanada wurde seine Wahlheimat, auf Vancouver Island in British Columbia.

Karriere in Kanada

„Ich bin nach Kanada gekommen, um was zu reißen“, sagt Ronny. Er lernte Fachenglisch, machte den kanadischen Meisterbrief und arbeitete für eine Firma, die Luxushäuser baute. Später bildete er Lehrlinge aus und überwachte Baustellen-Teams. Dann wagte er den Wechsel in die öffentliche Verwaltung als „Building Inspector“. Dafür absolvierte er ein Fernstudium und lernte Sanitärtechnik. Seit 2023 ist er als „Building & Plumbing Official 2“ in der City of Courtenay angestellt, mit Beamtenstatus, 35-Stunden-Woche und einem freien Freitag alle drei Wochen. Ingenieure und Architekten nennen ihn respektvoll „Deutscher Sheriff“.

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Reisen um die Welt

Trotz des Jobs behielt Ronny seine Reiselust. Er bereiste über 50 Länder auf fünf Kontinenten. 2010 streifte er vier Monate durch Indien, Thailand und Pakistan. 2012 folgten fünf Monate in Südamerika, 2013 reiste er durch Polen, Ukraine und Moldawien. 2015 erlebte er in Marokko eine schlimme Lebensmittelvergiftung und wurde ausgeraubt. Ohne Dokumente und Geld kam er nur dank eines vorläufigen Passes der Botschaft aus dem Land. Zur Schockbewältigung besuchte er Moldawien und Belgien, wo er seine Eltern überraschte.

Verbundenheit mit Moldawien

Moldawien fühlt er sich besonders verbunden, denn dort steht das Grab seines Uropas, der im Zweiten Weltkrieg starb. 2016 reiste er erneut dorthin. 2018 besuchte er seine Eltern und reiste nach Schweden. Wegen der Corona-Pandemie dauerte es fast fünf Jahre bis zum nächsten Besuch. Zuvor bereiste er zwei Monate Japan, sein Sehnsuchtsziel. Im Herbst 2024 war er erneut in Japan und erklärte es zu seiner dritten Heimat.

Rückkehr nach Jarmen

Nun ist Ronny für rund fünf Wochen in Jarmen. Seine Eltern Birgit und Gerd freuen sich über die Zeit mit ihm. Anders als früher, als er oft weiterreiste, bleibt er diesmal länger. Allerdings zog es ihn gleich für sieben Tage nach Thüringen, wo er ein bestimmtes Haus in Weimar besichtigen und einen Termin in Erfurt wahrnehmen wollte. Die Geschichte geht weiter im nächsten Teil der Serie.

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