USA: Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah um 45 Tage verlängert
Waffenruhe Israel-Hisbollah um 45 Tage verlängert

Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah

Die derzeit geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben der USA um 45 Tage verlängert werden. Dies gab der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, auf der Plattform X bekannt. Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht zu dieser Ankündigung. Die Waffenruhe war in den vergangenen Wochen von beiden Seiten mehrfach verletzt worden. Pigott kündigte zudem eine weitere Gesprächsrunde zwischen Vertretern beider Seiten unter der Vermittlung des US-Außenministeriums für Anfang Juni an. Zuvor solle Ende Mai im Pentagon ein militärischer Dialog zwischen Delegationen beider Länder stattfinden.

Hintergrund der Gespräche

Die Verlängerung der Waffenruhe wurde nach einer dritten Gesprächsrunde zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern in Washington bekannt gegeben. Die vorherige Frist wäre am 17. Mai abgelaufen. Der Libanon und Israel hatten sich Mitte April erstmals auf eine Waffenruhe geeinigt. Der gegenseitige Beschuss zwischen Israel und der von Iran unterstützten Hisbollah wurde jedoch von beiden Seiten fortgesetzt. Im Libanon gibt es dabei weiterhin täglich Tote. Das israelische Militär hat Truppen im Südlibanon stationiert, wo es immer noch zu direkten Kämpfen mit der Hisbollah kommt. Insbesondere im Südlibanon greift das israelische Militär täglich weiter auch aus der Luft an. Zuletzt griff die israelische Luftwaffe auch wieder in einem Vorort der Hauptstadt Beirut an und tötete dort eigenen Angaben zufolge den Kommandeur der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan.

Bilanz des Konflikts

Seit Beginn des erneuten Kriegs Anfang März sind im Libanon rund 2900 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Frauen und etwa 200 Kinder. Die ursprüngliche Vereinbarung sieht vor, dass die libanesische Regierung die Hisbollah mit internationaler Hilfe daran hindern soll, vom Libanon aus israelische Ziele anzugreifen. Israel soll zwar auf offensive Militäroperationen im Libanon verzichten, darf sich aber gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen.

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Politische Positionen

Seit Mitte April führen der Libanon und Israel zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene, die von den USA in Washington vermittelt werden. Israel will eine dauerhafte Entwaffnung der von Iran unterstützten Hisbollah durchsetzen. Die libanesische Regierung, die keine aktive Kriegspartei ist, pocht zunächst auf Deeskalation und eine dauerhafte Waffenruhe. Eine Normalisierung der Beziehungen hat die libanesische Regierung unter den aktuellen Bedingungen mehrfach ausgeschlossen. US-Präsident Donald Trump strebt ein Treffen zwischen Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu und Libanons Präsidenten Joseph Aoun an, was der Libanon bisher abgelehnt hat. Die Hisbollah sieht in den Gesprächen mit Israel eine Kapitulation und fordert einen Stopp der Angriffe Israels sowie den vollständigen Abzug der Truppen aus dem Südlibanon. Der aktuell vereinbarten Waffenruhe hat sie nicht selbst zugestimmt.

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