Tödlicher Raubüberfall auf Senior: 22-Jährige vor Berliner Landgericht
Tödlicher Raubüberfall: 22-Jährige vor Gericht

Tödlicher Raubüberfall auf Senior: 22-Jährige vor Berliner Landgericht

Rund drei Jahre nach einem verheerenden Raubüberfall auf einen 88-jährigen Mann steht eine 22-Jährige vor dem Berliner Landgericht. Die junge Frau soll einer Gruppe von fünf Täterinnen angehört haben, die den Senior in seiner Wohnung in Berlin-Friedrichshain auf perfide Weise betäubten und ausraubten. Der tragische Vorfall endete tödlich, da der Mann etwa sechs Wochen nach der Tat an den Folgen des Überfalls verstarb.

Anklage und bisherige Urteile

Die Anklage wirft der 22-Jährigen schweren Raub, Raub mit Todesfolge und gefährliche Körperverletzung vor. In einem bereits abgeschlossenen ersten Prozess wurden vier weitere Frauen, im Alter zwischen 25 und 30 Jahren, zu Haftstrafen von viereinhalb bis elf Jahren verurteilt. Alle Angeklagten stammen aus Rumänien. Das Landgericht kritisierte im Mai 2025 scharf, dass es sich bei den Verurteilten um Mütter mit Verantwortung handele, die dennoch durch Europa reisten, um ältere Menschen auszunutzen. Dieses Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Details zur Tat und Verteidigung der Angeklagten

Laut Anklage verschaffte sich am 26. Februar 2023 zunächst eine der bereits verurteilten Frauen Zugang zur Wohnung des 88-Jährigen. Sie mischte heimlich zerstoßene Tabletten in ein Getränk des Seniors, woraufhin dieser bewusstlos wurde. Anschließend informierte sie die 22-Jährige und weitere Komplizinnen, die gemeinsam die Wohnung durchsuchten. Dabei entwendeten sie unter anderem eine EC-Karte, Bargeld und wertvolle Goldmünzen. Die Ermittler werfen den Täterinnen vor, die möglichen tödlichen Folgen solcher Medikamente für betagte und vorerkrankte Menschen grob missachtet zu haben.

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Die 22-Jährige, die im August 2025 in Italien festgenommen wurde, bestreitet die Vorwürfe vehement. Über ihren Anwalt erklärte sie, nichts von Tabletten gewusst zu haben und auch nicht an der Durchsuchung der Wohnung beteiligt gewesen zu sein. Sie habe den Senior kennengelernt, als sie vor einer Sparkasse gebettelt habe. Der gutmütige Mann habe ihr nicht nur Geld gegeben, sondern ihr auch mehrmals erlaubt, in seiner Wohnung ihr Mobiltelefon aufzuladen. An dem Tatort sei sie lediglich als Begleitung einer Bekannten gewesen und habe den Senior schlafend auf dem Bett vorgefunden. Andere Frauen hätten die Wohnung durchsucht und Gegenstände in eine Tüte gesteckt. In den folgenden Tagen habe sie sich gewundert, dass der Mann nicht mehr zur Sparkasse gekommen sei.

Weiterer Prozessverlauf

Der Prozess gegen die 22-Jährige ist noch nicht abgeschlossen. Bislang sind sieben weitere Verhandlungstage bis zum 6. März terminiert, in denen die Beweislage weiter untersucht und Zeugen gehört werden sollen. Die Ermittlungen deuten auf ein organisiertes Vorgehen hin, bei dem die Täterinnen die Gutmütigkeit älterer Menschen systematisch ausnutzten. Dieser Fall unterstreicht die Gefahren, die von solchen kriminellen Banden ausgehen, und wirft Fragen zur Sicherheit vulnerabler Bevölkerungsgruppen auf.

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