Kurioser Unfall bei Neubrandenburg: Fahrer versteht 'abschleppen' falsch und fährt mit Wrack weiter
Unfallfahrer versteht 'abschleppen' falsch - fährt mit Wrack

Kurioser Unfall bei Neubrandenburg: Fahrer versteht 'abschleppen' falsch und fährt mit Wrack weiter

Ein außergewöhnlicher Polizeieinsatz mit fast filmreifen Zügen ereignete sich am Freitagmorgen in der Nähe von Neubrandenburg. Was als klassischer Auffahrunfall begann, entwickelte sich zu einer kuriosen Geschichte mit unerwarteten Folgen, die selbst erfahrene Beamte überraschte.

Der Unfallhergang an der Landstraße

Gegen 7 Uhr morgens kollidierten auf der Landstraße zwischen Neubrandenburg und Altentreptow, genau auf Höhe des kleinen Ortes Podewall, zwei Fahrzeuge. Zufällig waren Beamte der Bundespolizeiinspektion Stralsund auf der gegenüberliegenden Straßenseite stationiert und wurden so zu direkten Zeugen des Geschehens. Sie eilten sofort herüber, leisteten erste Hilfe und sicherten die Unfallstelle, noch bevor die Landespolizei eintreffen konnte.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei wollte der Fahrer eines vorausfahrenden Nissan offenbar ohne Blinken abbiegen. Der folgende VW-Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte mit voller Wucht in das Heck des Nissans. Im Nissan des 40-jährigen bulgarischen Fahrers befanden sich weitere Mitfahrer, von denen ein 53-jähriger Bulgare schwer verletzt wurde und in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

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Die missverständliche Aufforderung

Beide Fahrzeuge waren nach dem Zusammenstoß so stark beschädigt, dass sie abgeschleppt werden mussten. Die Straße war etwa 90 Minuten lang halbseitig gesperrt, während die Unfallaufnahme professionell durchgeführt wurde. Anschließend erklärte die Polizei dem 40-jährigen Nissan-Fahrer, er solle sein Auto „in Eigenregie abschleppen lassen“.

Doch hier begann das Missverständnis: Statt wie erwartet einen professionellen Abschleppdienst zu rufen, stieg der Mann einfach wieder in seinen völlig demolierten Wagen – und fuhr eigenständig davon. Offenbar hatte er die polizeiliche Aufforderung wörtlich genommen und versuchte, das Fahrzeug selbst zu seinem Zielort zu bewegen.

Die zweite Entdeckung an der Grenze

Erst Stunden später, gegen 11:30 Uhr, tauchte der ramponierte Nissan erneut auf – diesmal an der Autobahn 11 bei Pomellen, kurz vor der polnischen Grenze. Bundespolizeibeamte bemerkten das Fahrzeug, das nach ihren Angaben „nicht mehr so richtig verkehrstauglich aussah“. Bei der Überprüfung durch die Bundespolizeiinspektion Pasewalk stellte sich schnell heraus: Es handelte sich um denselben Fahrer und dasselbe Fahrzeug wie bei dem Unfall in Podewall.

Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen nun, ob sich der Mann durch diese eigenmächtige Weiterfahrt eine weitere Ordnungswidrigkeit oder sogar eine Straftat eingehandelt hat. Die Beamten untersagten ihm umgehend die Weiterfahrt und zogen die Autoschlüssel ein. Der bulgarische Fahrer musste sich schließlich – diesmal wirklich – eine alternative Transportmöglichkeit suchen.

Fazit und rechtliche Konsequenzen

Dieser Vorfall zeigt nicht nur die Bedeutung klarer Kommunikation zwischen Behörden und Verkehrsteilnehmern, besonders bei Sprachbarrieren, sondern auch die Gefahren, die von nicht verkehrstauglichen Fahrzeugen ausgehen. Die Ermittlungen dauern an, während der Fahrer nun mit den Konsequenzen seiner missverständlichen Interpretation konfrontiert ist.

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