Zeuge im Verdi-Prozess: "Mir war sofort klar, das ist ein Anschlag"
Verdi-Prozess: Zeuge schildert dramatische Momente des Anschlags

Zeuge im Verdi-Prozess: "Mir war sofort klar, das ist ein Anschlag"

Der 13. Prozesstag im Mordprozess um den Anschlag auf eine Verdi-Demonstration am 13. Februar 2025 brachte erschütternde Zeugenaussagen. Opfer berichteten von den dramatischen Momenten, die sie in der Seidlstraße erlebten, als ein weißer Mini Cooper in die Menschenmenge fuhr.

Dramatische Erinnerungen an den Tag des Anschlags

Ein Demo-Teilnehmer (57) erinnert sich an dumpfe Geräusche: "Es habe 'Bum, Bum, Bum' gemacht", schildert er. Zunächst dachte er an eine Trommel, doch Sekundenbruchteile später wurde er von dem Fahrzeug erfasst und zu Boden geschleudert. Während einige Teilnehmer noch einen medizinischen Notfall beim Fahrer vermuteten, war dem 57-Jährigen sofort klar: "Das war ein Anschlag." Er rappelte sich hoch und suchte Deckung.

Der Zeuge betont nachdrücklich: "Das war ein Mord-Anschlag. Das war ein Attentäter, kein Unfall." Er lehnt es ab, von einem Unfall zu sprechen, und unterstreicht die vorsätzliche Tat.

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Schwere Folgen für die Opfer

Die Generalstaatsanwaltschaft geht von Mord in zwei Fällen und versuchtem Mord in 44 Fällen aus. Eine Mutter und ihre zweijährige Tochter erlagen ihren Verletzungen, 44 weitere Personen wurden schwer verletzt. Der 57-jährige Zeuge erlitt einen Sprunggelenkbruch und leidet bis heute unter:

  • Psychischen Belastungen
  • Schlafproblemen und Angstzuständen
  • Vermeidung großer Menschenmengen

Er meidet den öffentlichen Nahverkehr zu Stoßzeiten, nutzt lieber Fahrrad oder geht zu Fuß. "Das werde ich nie mehr vergessen", sagt er und beschreibt, wie er emotionaler geworden sei.

Weitere Zeugin schildert qualvolle Situation

Eine 62-jährige Frau, die sich im vorderen linken Radkasten des Mini Coopers mit einem Bein eingeklemmt hatte, trat ebenfalls als Zeugin auf. Sie leidet bis heute unter starken Schmerzen und berichtet von:

  1. Frakturen, massiven Hämatomen und Prellungen
  2. Fast zwei Monaten stationärer Behandlung
  3. Zwei notwendigen Operationen
  4. Anhaltender Gehhilfe mit Krücken

Auf die Frage des Senatsvorsitzenden Michael Höhne, wie sie sich erinnert, antwortet sie: "Ich habe mich schreien hören, konnte mich aber nicht bewegen. Ich war eingeklemmt."

Angeklagter und Fortgang des Prozesses

Beschuldigt wird der 25-jährige Farhad N., der seinen Mini Cooper in den Demo-Zug gelenkt haben soll. Der Prozess wird fortgesetzt, während die Opfer mit den physischen und psychischen Folgen des Anschlags kämpfen. Die Zeugenaussagen unterstreichen die Tragweite der Tat, die das Leben der Betroffenen nachhaltig verändert hat.

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