Vermisstenfall auf den Bahamas: Dunkles Geheimnis hinter Postkartenidylle?
Die Jacht „Soulmate“ liegt einsam vor der Küste von Abaco, einer malerischen Inselgruppe der Bahamas. Doch die Idylle trügt: Während das Segelboot vor Anker liegt, sitzt Eigner Brian Hooker (59) in Untersuchungshaft. Seine Ehefrau Lynette Hooker (55) ist seit Tagen verschwunden – und die Umstände ihres Verschwindens geben Rätsel auf.
Die offizielle Version: Ein tragischer Unfall auf hoher See
Brian Hooker schildert den Vorfall als tragischen Unfall. Am Samstag, dem 4. April, wollten beide mit einem Beiboot von Abaco zurück zur „Soulmate“ fahren. Plötzlich sei die See unruhig geworden, und Lynette sei über Bord gegangen. Dabei habe sie eine Sicherheitsleine ausgelöst, die den Motor ausschaltete. Das Boot sei manövrierunfähig gewesen, während „starke Strömungen Lynette fortrissen“. Hooker will seiner Frau noch einen Schwimmkörper zugeworfen haben, bevor er selbst erst Stunden später an Land trieb.
Stieftochter erhebt schwere Vorwürfe gegen den Ehemann
Doch an dieser Darstellung hegen nicht nur die Behörden massive Zweifel. Besonders die Stieftochter Karli Aylesworth äußert sich äußerst kritisch gegenüber ihrem Stiefvater. „Er rief mich Sonntagabend gegen 20 Uhr an und sagte ganz sachlich: ‚Hey, deine Mutter wird vermisst. Wir wissen nicht, wo sie ist. Sie wird seit letzter Nacht vermisst‘“, berichtet Aylesworth gegenüber CNN. Anschließend habe Hooker sich sogar optimistisch gegeben und einen baldigen Besuch angekündigt.
„Ich will die Wahrheit wissen. Ich will nicht, dass die Sache einfach unter den Teppich gekehrt wird“, fordert die Stieftochter entschieden. Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen Brian Hooker und spricht von einer gewalttätigen Ehe. In mindestens einem Fall sei ihre Mutter sogar gewürgt worden.
Polizeiakten belegen frühere häusliche Auseinandersetzungen
Aus Akten der Polizei geht hervor, dass Beamte bereits im Jahr 2015 in Kentwood, Michigan, ausrücken mussten, weil das Paar betrunken aufeinander losgegangen war. Die Mutter der Vermissten, Darlene Hamlett, äußerte sich deutlich: Sie sei „froh, von der Verhaftung zu hören“.
Brian und Lynette Hooker sind fast 25 Jahre verheiratet und dokumentierten ihr scheinbar perfektes Seglerleben regelmäßig auf Instagram – mit Bildern von Sonnenuntergängen, azurblauem Wasser und strahlenden Gesichtern. Wie viel davon echter Ausdruck ihrer Beziehung und wie viel reine Fassade war, wird nun Gegenstand der Ermittlungen sein.
Anwältin des Beschuldigten betont Kooperationsbereitschaft
Hookers Anwältin betont indes die Kooperationsbereitschaft ihres Mandanten mit den Behörden. Sein Herz sei gebrochen, Brian völlig verzweifelt über das Verschwinden seiner Frau. Die Vorwürfe seiner Stieftochter weise er entschieden zurück. Er bestreitet jegliche Verantwortung für das Verschwinden Lynettes.
Die „Soulmate“ – einst Symbol für Seelenverwandtschaft – liegt nun als stummer Zeuge einer möglichen Tragödie vor Anker. Während die Suche nach Lynette Hooker andauert, wird ein Gerichtsprozess darüber entscheiden müssen, ob es sich um einen tragischen Unfall oder ein dunkles Familiengeheimnis handelt.



