Vermisster Deutscher in Kapstadt: Gericht weist Polizeivorwürfe zurück – Verfahren geht weiter
Vermisster Deutscher in Kapstadt: Gericht entlastet Polizei

Vermisster Deutscher in Kapstadt: Gericht weist Polizeivorwürfe zurück

Seit über drei Jahren gilt der deutsche Urlauber Nick Frischke aus Döbern bei Cottbus in der südafrikanischen Touristenmetropole Kapstadt als vermisst. Das Amtsgericht von Wynberg, einem Vorort Kapstadts, hat nun ein Fehlverhalten der Polizei bei den Ermittlungen ausgeschlossen. Richter Karel Meyer entschied, dass die Maßnahmen der Beamten im Einklang mit der Strafprozessordnung stünden und die bisher vorgelegten Beweise zulässig seien.

Verteidigung scheitert mit Einspruch gegen Polizeimaßnahmen

Die Verteidigung der vier Tatverdächtigen hatte den Polizeiermittlern vorgeworfen, unrechtmäßig in das Haus eines Angeklagten eingedrungen zu sein, um Beweismaterial zu sichern. Richter Meyer verhörte über mehrere Sitzungen hinweg Polizeibeamte sowie Zeugen der Verteidigung, bevor er zu dem Schluss kam, dass keine Verfahrensfehler vorlägen. Das Verfahren soll am 14. April fortgesetzt werden.

Vier Südafrikaner in Untersuchungshaft – Fünfter Verdächtiger freigelassen

Die vier angeklagten Südafrikaner haben auf „nicht schuldig“ plädiert und befinden sich seit ihrer Festnahme vor etwa zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Sie werden verdächtigt, den damals 22-jährigen Frischke gewaltsam überfallen zu haben. In ihrem Besitz wurden nach Polizeiangaben Frischkes Rucksack, Handy und Kreditkarte gefunden. Die Anklage gegen einen fünften Verdächtigen wurde aufgrund mangelnder Beweislage fallen gelassen.

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Mutmaßlicher Überfall beim Wandern – Letztes Lebenszeichen per Sicherheitskamera

Nick Frischke reiste am 6. Februar 2023 in Südafrika ein und wohnte in einer Unterkunft im Kapstädter Vorort Pinelands. Sein letztes Lebenszeichen ist ein von einer Sicherheitskamera aufgenommenes Foto, das den Brandenburger in Sportkleidung auf dem Weg zu einem Wanderpfad am Fuße des Karbonkelbergs in Hout Bay zeigt. Dort war er nach Polizeiangaben von einem Fahrdienst abgesetzt worden. Der Chefermittler der Polizei, Dudley Truter, sagte aus, einer der Angeklagten habe in einer eidesstattlichen Erklärung einen Mittäter beschuldigt, Frischke in den Rücken gestochen zu haben, was ihn gehunfähig gemacht habe.

Hohe Kriminalität in beliebtem Urlaubsziel Südafrika

Südafrika ist weltweit für Safaris, atemberaubende Natur, weite Strände und kulturelle Vielfalt bekannt und gehört zu den beliebtesten Touristenzielen Afrikas. Das Land kämpft jedoch mit einer hohen Kriminalitätsrate. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Gewaltverbrechen erneut an. Allein von Juli bis September 2025 wurden laut Regierungsangaben knapp 5.800 Menschen ermordet – statistisch gesehen 63 pro Tag. In dem gleichen Zeitraum kam es zu etwa 32.000 Überfällen mit erschwerenden Umständen.

Versuche der Nationalen Strafverfolgungsbehörde NPA, ausreichende Beweise für eine Mordanklage im Fall Frischke zu sammeln, blieben bislang erfolglos. Die Ermittlungen und das Gerichtsverfahren gehen unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit weiter.

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