Merseburg/MZ. - Ein Einbruch im Herder-Gymnasium in Merseburg hat einen Wasserschaden von fast einer Million Euro verursacht. Die Kreisvolkshochschule (KVHS) muss vorübergehend in andere Räume ausweichen. Die Reparaturarbeiten könnten bis zu einem Jahr dauern.
Der Vorfall: Ein Waschbecken beschädigt
Mitte April drangen Unbekannte in das Gymnasium ein und beschädigten ein Waschbecken im ersten Stock. In der Folge liefen bis zu 180.000 Liter Wasser aus, das über das Mauerwerk bis in den Keller sickerte. Der Schaden wurde erst nach dem Wochenende entdeckt, als das Wasser bereits knöchelhoch in den Fluren stand. Das Video, das Bauamtsleiter Thomas Mahler auf seinem Handy zeigt, dokumentiert die Verwüstung: Bruchstücke von Deckenplatten treiben auf der Wasseroberfläche.
Folgen für die Kreisvolkshochschule
Besonders betroffen ist die Kreisvolkshochschule, die ihre Räume im Gebäude hat. Der Unterricht muss nun in provisorische Räume verlegt werden. „Wir sind dabei, Ersatzräume zu organisieren“, sagt ein Sprecher des Landkreises. Die Trocknungsarbeiten laufen auf Hochtouren, doch die Feuchtigkeit sitzt tief im Boden. Experten schätzen, dass die Instandsetzung mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen wird.
Wie konnte der Einbruch unbemerkt bleiben?
Der Einbruch wurde erst am Montagmorgen bemerkt, als Mitarbeiter das Gebäude betraten. „Das Wochenende hat gereicht, um die Katastrophe zu verursachen“, so Mahler. Die Täter hatten die Wasserzufuhr des Waschbeckens manipuliert, vermutlich um einen Rohrbruch zu provozieren. Die Polizei ermittelt wegen schweren Bandendiebstahls und Sachbeschädigung. Bislang gibt es keine heiße Spur.
Prävention: Wie will der Saalekreis solche Schäden künftig verhindern?
Der Saalekreis überlegt nun, wie solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können. „Wir prüfen den Einbau von Wasserstopp-Systemen, die bei ungewöhnlichem Wasserverbrauch automatisch abschalten“, erklärt Mahler. Auch eine bessere Überwachung der Gebäude durch Kameras oder Bewegungsmelder sei im Gespräch. „Wir müssen die Sicherheit erhöhen, ohne den Schulbetrieb zu beeinträchtigen.“
Die Kreisvolkshochschule hofft, dass die Übergangslösung schnell gefunden wird. „Unsere Kurse laufen weiter, auch wenn wir improvisieren müssen“, so der Sprecher. Die genauen Kosten des Schadens sind noch nicht beziffert, aber sie werden auf knapp eine Million Euro geschätzt. Die Versicherung prüft den Fall.



