27-Millionen-Dollar-Klage wegen Disney-Witz: Vorladung live auf der Bühne zugestellt
Was als humorvoller Gag begann, entwickelt sich zu einem juristischen Großkonflikt mit Millionen-Forderung. Der simbabwische Stand-up-Comedian Learnmore Jonasi wird vom weltberühmten Sänger Lebo M (bürgerlich Lebohang Morake) auf satte 27 Millionen Dollar verklagt. Der Vorwurf lautet auf Verleumdung, der Auslöser ist ein scheinbar harmloser Witz über eine der ikonischsten Zeilen der Filmgeschichte aus Disneys „Der König der Löwen“.
Der Witz, der Millionen kostet
Im Podcast „One54 Africa“ hatte Jonasi behauptet, der legendäre Zulu-Gesang „Nants’ingonyama bagithi Baba“ bedeute übersetzt schlicht: „Schau, da ist ein Löwe. Oh mein Gott.“ Diese humorvolle Interpretation steht in krassem Kontrast zur offiziellen Disney-Übersetzung, die pathetisch „Heil dem König, wir verneigen uns in Gegenwart des Königs“ lautet. Für Lebo M, der den Gesang weltberühmt machte, ist Jonasis Version jedoch kein Lacher, sondern eine rufschädigende Verzerrung.
In der Klageschrift wird dem Comedian „rücksichtslose Missachtung der Wahrheit“ vorgeworfen. Der Vorwurf geht sogar so weit, dass der Spott den künstlerischen und kommerziellen Wert des Songs geschmälert und potenzielle Einnahmen gefährdet habe. Damit steht nicht nur die künstlerische Freiheit auf dem Prüfstand, sondern auch die Frage, wo die Grenze zwischen humorvoller Satire und schädlicher Verleumdung verläuft.
Live-Zustellung während des Auftritts
Doch Jonasi bewies echtes Showtalent, als ihm die Klage ausgerechnet während eines Live-Auftritts in der legendären Laugh Factory in Los Angeles zugestellt wurde. Anstatt die Show abzubrechen, hielt er kurz inne – und spielte souverän weiter. „Das hat die Show sogar besser gemacht“, kommentierte der Comedian später. Das Publikum habe zunächst an einen inszenierten Gag geglaubt, bevor die Realität der Situation einsickerte. Die Energie im Raum sei förmlich explodiert, berichten Augenzeugen.
Für Jonasi ist die Klage in ihrer Dimension absurd. Sein Argument: Der Witz habe dem Song und der gesamten „König der Löwen“-Mythologie eher neue Aufmerksamkeit beschert als geschadet. Tatsächlich kursieren inzwischen zahllose Clips in sozialen Netzwerken, in denen Menschen den humorvollen Spruch nachstellen – oft mit Haustieren statt Löwen. Die virale Verbreitung scheint die Popularität des ursprünglichen Werkes sogar zu befördern.
Finanzielle und rechtliche Konsequenzen
Gleichzeitig sieht sich der Comedian mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Über eine Spendenkampagne und den Verkauf von T-Shirts mit dem Aufdruck „Look, it’s a lawsuit. Oh my God“ sammelt er Geld für seine Verteidigung. Laut Berichten der „New York Post“ hatte Jonasi bis vergangenen Freitag bereits mehr als 17.000 Dollar eingesammelt – ein Betrag, der angesichts der 27-Millionen-Dollar-Forderung jedoch nur symbolischen Charakter hat.
„Ich wollte niemandem schaden“, schreibt Jonasi an seine Fans. „Jetzt muss ich mein Recht verteidigen, Witze zu erzählen.“ Die Klage wirft grundlegende Fragen zur künstlerischen Freiheit und zur Interpretation kultureller Werke auf. Am Ende wird wohl ein Gericht entscheiden müssen, was als harmloser Witz durchgeht – und was mit einer Millionenstrafe belegt wird.
Der Fall zeigt, wie schnell humorvolle Äußerungen in der heutigen Medienlandschaft rechtliche Dimensionen annehmen können. Während Lebo M seinen künstlerischen Beitrag geschützt sehen will, kämpft Jonasi für das Recht auf satirische Überzeichnung. Die Entscheidung könnte Präzedenzwirkung für ähnliche Fälle in der Unterhaltungsbranche entfalten.



