B.Z.: Axel Springer lässt Boulevardzeitung von Journalistenschülern machen
Axel Springer: B.Z. wird von Journalistenschülern produziert

Die Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“ stellt ihre Redaktion grundlegend neu auf. Ab September übernimmt die Axel Springer Academy of Journalism and Technology die Leitung und redaktionelle Verantwortung für das Blatt. Der Verlag verspricht sich davon eine neugierige, verjüngte Redaktion – und vermutlich auch Spareffekte.

Neue Struktur ab September

Wie der Verlag mitteilte, bleibt die technische und kaufmännische Verantwortung bei der Bild-Gruppe. Für die Neuausrichtung zeichnet Academy-Leiterin Miriam Krekel verantwortlich, die bereits von 2017 bis 2022 Chefredakteurin der „B.Z.“ war. Künftig soll die Zeitung von einem Kernteam erfahrener Redakteure sowie wechselnden Journalistenschülern der Academy produziert werden. Die bisherige redaktionelle Struktur wird damit abgelöst.

Stellenabbau geplant

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist im Zuge der Neuaufstellung ein Stellenabbau im niedrigen zweistelligen Bereich vorgesehen. Dazu laufen Gespräche mit dem Betriebsrat. Zudem soll es ein Freiwilligenprogramm geben. Der Verlag spricht von einer „radikalen redaktionellen Neuaufstellung“ angesichts der Herausforderungen auf dem Berliner Zeitungsmarkt.

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Ziele der Neuausrichtung

Ziel sei es unter anderem, die journalistischen Produkte zu verjüngen und neue Formen des digitalen Lokaljournalismus zu entwickeln. Geplant sind etwa datenjournalistische und investigative Projekte sowie KI-gestützte hyperlokale Angebote. Leiterin Krekel sagte, die Axel Springer Academy stehe dafür, „mit einer unbändigen Neugier auszuprobieren, was die Zukunft des Journalismus sein kann, und wie wir diese gestalten.“

Geschichte der B.Z.

Die „B.Z.“ wurde 1877 gegründet und ist damit laut Springer-Verlag die älteste Boulevardzeitung der Republik. In ihrer 150-jährigen Geschichte habe die „B.Z.“ immer wieder „bewiesen, dass sie durch Kreativität und Innovationsgeist auf alle Veränderungen im Lese- und Kaufverhalten der Berliner eine Antwort findet“, heißt es in der Mitteilung. Die verkaufte Auflage lag im ersten Quartal 2026 bei 62.906 Exemplaren – 11,1 Prozent weniger als im Vorjahr. 2013 waren es noch doppelt so viele Exemplare.

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