Bares für Rares: Die unglaublichen Fakten und Geschichten hinter der Kult-Trödelshow
Seit dem Jahr 2013 fesselt die ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ regelmäßig Millionen von Zuschauern vor den Bildschirmen. Mit einer Mischung aus skurrilen Antiquitäten, charismatischen Händlern und dem sympathischen Moderator Horst Lichter hat sich die Sendung zu einem wahren Fernsehphänomen entwickelt. In über 2.000 produzierten Folgen gab es unzählige kurioseste Momente und erstaunliche Hintergrundgeschichten, die selbst eingefleischte Fans überraschen dürften.
Horst Lichter: Vom Koch zum Trödel-Star gegen alle Widerstände
Obwohl Horst Lichter heute als das absolute Aushängeschild der Sendung gilt, stand seine Karriere als Moderator von „Bares für Rares“ zunächst auf wackligen Beinen. In der „NDR Talkrunde“ berichtete Lichter einst, dass sein eigener Manager ihm damals eindringlich von der Teilnahme an der Show abgeraten habe. „Er sei Koch und kein Trödelonkel“, soll sein Manager argumentiert haben. Doch Lichter ließ sich nicht beirren – eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erwies. Bis heute moderiert er die Sendung mit sichtlicher Freude und plant, dies auch noch eine Weile fortzusetzen. „Solange ich Spaß daran habe“, verriet er zuletzt, „nur spätestens als Rentner will ich nicht mehr vor der Kamera herumspringen.“
Die legendären Händler: Von Handstand-Lucki bis 80-Euro-Waldi
Neben Horst Lichter prägt vor allem die bunte Händlerriege den unverwechselbaren Charakter von „Bares für Rares“. Einer der markantesten Charaktere war zweifellos Ludwig Hofmaier, besser bekannt als „Handstand-Lucki“. Seinen außergewöhnlichen Spitznamen verdankte er einem sportlichen Kraftakt: Im Jahr 1967 legte er die rund 1.070 Kilometer lange Strecke von Regensburg bis Rom tatsächlich nur auf seinen Händen zurück. Seit 2020 ist er jedoch nicht mehr Teil der Sendung.
Ebenfalls Kultstatus genießt Walter Lehnertz, der als „80-Euro-Waldi“ in die Annalen der Show einging. Sein Künstlername entstand, nachdem er bei seinem allerersten Deal ein Startgebot von 80 Euro abgab – was sich im Laufe der Zeit zu einem beliebten Running Gag entwickelte. Friedrich Häusser, seit 2015 fester Bestandteil der Händlergruppe, betreibt neben seiner Fernsehkarriere auch Antiquitätenläden in Wernigerode und Quedlinburg im Harz und sorgt so für regionale Bezüge.
Rekord-Deals und spektakuläre Flops: Die extremsten Verkäufe
Die Bandbreite der bei „Bares für Rares“ getätigten Geschäfte könnte kaum größer sein. Das bisher höchste Gebot stammt von Händlerin Susanne Steiger, die im Juli 2018 sensationelle 90.000 Euro für ein Mercedes-Benz-Cabriolet vom Typ 190 SL bot. Der Deal platzte jedoch, da der Verkäufer mindestens 95.000 Euro verlangte. Erfolgreicher war Steiger im Mai 2019, als sie ein goldenes Pektorale mit einer angeblichen Kreuzreliquie für 42.000 Euro erwarb.
Ein neuer Rekord wurde am 31. Juli 2024 aufgestellt: Händler Julian Schmitz-Avila kaufte einen roten Jaguar E Type Coupé aus dem Jahr 1968 für 60.000 Euro. Ganz anders verlief ein Verkauf im Januar 2018: Eine komplette Perry-Rhodan-Sammlung mit 1.100 Heften wechselte für lächerliche zehn Euro den Besitzer – das niedrigste jemals zu einem Verkauf führende Gebot.
Von babylonischen Rollsiegel bis Louis Vuitton: Die kuriosesten Exponate
Die Vielfalt der bei „Bares für Rares“ präsentierten Objekte ist schier grenzenlos. Im März 2016 wurde mit einem knapp 4.000 Jahre alten babylonischen Rollsiegel das bisher älteste Exponat der Sendereihe vorgestellt – Susanne Steiger ersteigerte es für 1.200 Euro. 2024 sorgte ein Ehepaar mit einer Louis Vuitton-Reisetruhe aus dem Jahr 1878 für einen denkwürdigen Flop: Durch eine unbedachte Reinigung zerstörten sie den Original-Stoff und reduzierten den Wert von möglichen 16.000 Euro auf letztlich 2.500 Euro.
Besonders rührend war der Fall von Endrik Kamphausen, der einen Steiff-Teddybären für 500 Euro anbieten wollte, um einen finanziellen Engpass zu überbrücken. Händlerin Sandra Vanessa Schäfer erkannte den wahren Wert und bot stattdessen großzügige 6.000 Euro.
Echt oder inszeniert? Das ZDF klärt auf
Immer wieder kursieren Gerüchte, bei „Bares für Rares“ würde nicht alles mit rechten Dingen zugehen. Das ZDF reagierte bereits Anfang 2018 auf diese Vorwürfe und betonte, dass alle gezeigten Verkäufe absolut echt und nicht gescriptet seien. Allerdings räumte der Sender ein, dass bezahlte Statisten als Hintergrund-Füllmaterial zum Einsatz kommen. Moderator Horst Lichter zeigte sich über die Anschuldigungen schockiert: „Wenn irgendetwas einen großen Erfolg hat, wird sich nicht gefreut, sondern vermutet, dass da was nicht stimmen kann. Der Deutsche kann nicht erstmal genießen, ohne zu denken, da ist ein Haken dran.“
Internationaler Erfolg: Von Frankreich bis Großbritannien
Der Erfolg von „Bares für Rares“ beschränkt sich längst nicht mehr auf Deutschland. Seit 2017 läuft in Frankreich die Adaption „Affaire conclue“ („Geschäft abgeschlossen“), während in den Niederlanden seit 2019 „Cash or Trash“ („Bargeld oder Ramsch“) ausgestrahlt wird. 2019 startete auf ServusTV der Ableger „Bares für Rares Österreich“, und seit 2020 erfreut sich die britische Version „The Bidding Room“ („Der Gebotsraum“) großer Beliebtheit. Die einzigartige Mischung aus Antiquitäten, menschlichen Geschichten und spannenden Verhandlungen begeistert also grenzüberschreitend.



