Tragödie in den italienischen Alpen: Lawine reißt Skifahrer in den Tod
Ein erneutes Lawinenunglück hat die italienischen Alpen erschüttert. An der 2.669 Meter hohen Hohen Ferse nahe Ratschings in Südtirol wurden am Samstagmittag etwa zwei Dutzend Tourengeher von Schneemassen erfasst. Für mindestens zwei Skifahrer kam jede Hilfe zu spät – sie starben bei dem tragischen Vorfall. Fünf weitere Personen wurden verletzt, eine davon so schwer, dass sie per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden musste.
Massiver Rettungseinsatz mit über 60 Helfern
Die Lawine löste sich gegen 11.40 Uhr in hochalpinem Gelände auf etwa 2.450 Metern Höhe. Mehr als 60 Rettungskräfte der italienischen Bergwacht waren umgehend im Einsatz, unterstützt von mehreren Hubschraubern. Die meisten der etwa zwei Dutzend Skifahrer am betroffenen Hang wurden nur leicht von den Schneemassen erfasst, doch etwa zehn Personen wurden mitgerissen. Mehrere Krankenhäuser in der Umgebung wurden in Alarmbereitschaft versetzt, darunter auch die Klinik im österreichischen Innsbruck.
Zur Identität der Toten machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben. Positiv zu vermerken ist, dass mehrere der Skifahrer Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS) bei sich trugen, was die Sucharbeiten erheblich beschleunigte. Dennoch kam für zwei Menschen jede Hilfe zu spät.
Besorgniserregende Statistik: Ungewöhnlich viele Lawinentote in dieser Saison
Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie tragischer Lawinenunglücke in den italienischen Alpen in diesem Winter ein. Laut dem European Avalanche Warning Service (EAWS) sind in der aktuellen Wintersaison seit Anfang Oktober bereits mindestens 127 Menschen in Europas Gebirgen durch Lawinen ums Leben gekommen. Italien verzeichnet mit nun 34 Todesopfern die höchste Zahl, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). In Deutschland gab es bislang keine Todesfälle.
Die Statistik umfasst vor allem Vorfälle in den Alpen, aber auch in anderen Gebirgen wie den Karpaten. Fest steht bereits, dass die Zahl der Todesopfer 2025/26 ungewöhnlich hoch ist. Im vergangenen Jahrzehnt gab es nur einen Winter mit noch mehr Opfern: 2017/18 wurden 147 Todesopfer verzeichnet. Die aktuelle Wintersaison gilt noch nicht als beendet.
Klimawandel als möglicher Grund für erhöhte Lawinengefahr
Experten sehen im Klimawandel einen der Hauptgründe für die erhöhte Lawinengefahr in dieser Saison. Durch höhere Temperaturen verändern sich die traditionellen saisonalen Rhythmen, was zu weniger festem Schnee führt. Zusätzlich begünstigen stärkere Winde die Bildung von gefährlichem „Treibschnee“, der sich an Hängen ansammelt und leicht abrutschen kann. Besonders betroffen sind Regionen im südlichen Teil der Alpen, also auch Italien.
Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Beliebtheit von Skitouren und Abfahrten abseits der präparierten Pisten. Mehr Menschen bewegen sich in alpinen Gefahrenzonen, was das Risiko von Unfällen naturgemäß erhöht. Die Rettungskräfte appellieren daher regelmäßig an die Vernunft der Wintersportler und empfehlen dringend, sich vor jeder Tour über die aktuelle Lawinengefahr zu informieren und entsprechende Sicherheitsausrüstung mitzuführen.
Das Lawinenunglück an der Hohen Ferse unterstreicht einmal mehr die unberechenbaren Gefahren, die in den Bergen lauern – besonders in Zeiten sich wandelnder klimatischer Bedingungen.



