Traurige Bilanz nach Lawinenabgang in Südtirol
Ein erneutes Lawinenunglück in den italienischen Alpen hat am Freitag, den 21. März 2026, zu einer traurigen Bilanz geführt. An der 2.669 Meter hohen Hohen Ferse nahe Ratschings in Südtirol wurden etwa zwei Dutzend Tourengeher von den Schneemassen erfasst. Für zwei Skifahrer kam jede Hilfe zu spät, sie verloren ihr Leben. Fünf weitere Personen wurden verletzt, einer davon mit schweren Verletzungen, der per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden musste.
Rettungseinsatz mit großem Aufwand
Die Lawine löste sich gegen 11.40 Uhr in hochalpinem Gelände auf einer Höhe von etwa 2.450 Metern. Von den betroffenen Skifahrern wurden die meisten nur leicht erfasst, doch etwa zehn wurden mitgerissen. Mehr als 60 Rettungskräfte waren bei der Suche im Einsatz, unterstützt von mehreren Hubschraubern. Mehrere Krankenhäuser in der Umgebung, einschließlich der Klinik im österreichischen Innsbruck, wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Die Identität der Toten wurde von den Behörden zunächst nicht näher bekannt gegeben.
Einige der Skifahrer hatten Ortungsgeräte bei sich, was die Suche bei dem Lawinenunglück erheblich erleichterte. Dennoch gestaltete sich die Rettungsaktion aufgrund der schwierigen Bedingungen im hochalpinen Gelände als herausfordernd.
Ungewöhnlich viele Lawinenopfer in dieser Wintersaison
In den italienischen Alpen kam es in diesem Winter bereits mehrfach zu Lawinenunglücken mit Toten und Verletzten. Laut aktuellen Zahlen des European Avalanche Warning Service (EAWS) kamen in Europas Gebirgen seit Anfang Oktober mindestens 127 Menschen durch Lawinen ums Leben. Italien verzeichnet mit nun 34 Todesopfern die höchste Zahl an Lawinentoten, gefolgt von Frankreich mit 31 und Österreich mit 29 Opfern. In Deutschland gab es bislang keine Todesfälle.
Die Statistik umfasst Todesfälle seit dem 1. Oktober, vor allem in den Alpen, aber auch in anderen Gebirgen wie den Karpaten. Die Wintersaison gilt noch nicht als beendet, doch bereits jetzt steht fest, dass die Zahl der Todesopfer 2025/26 ungewöhnlich hoch ist. Im vergangenen Jahrzehnt gab es nur einen Winter, in dem noch mehr Menschen durch Lawinen ums Leben kamen: 2017/18 wurden 147 Todesopfer verzeichnet.
Klimawandel als möglicher Grund für die Zunahme
Experten vermuten den Klimawandel als einen der Gründe für die erhöhte Lawinengefahr. Durch höhere Temperaturen verändern sich die traditionellen saisonalen Rhythmen, was dazu führt, dass der Schnee nicht mehr so fest ist. Zudem gebe es stärkere Winde, die gefährlichen „Treibschnee“ ansammeln lassen. Besonders betroffen sind Regionen in Italien, im südlichen Teil der Alpen.
Hinzu kommt, dass Skitouren und Abfahrten außerhalb der präparierten Pisten in den letzten Jahren beliebter geworden sind. Diese Entwicklung könnte ebenfalls zu der gestiegenen Zahl von Unfällen beitragen. Die Behörden raten weiterhin zur Vorsicht und empfehlen, stets aktuelle Lawinenwarnungen zu beachten und entsprechende Sicherheitsausrüstung mitzuführen.



