Judith Rakers enthüllt: Sexuelle Belästigung in Kindheit durch mehrere Täter
Ex-Tagesschau-Sprecherin Rakers spricht über Kindheits-Traumata

Ehemalige Tagesschau-Sprecherin bricht Schweigen über traumatische Kindheitserlebnisse

Die frühere Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers hat sich in einer bewegenden Podcast-Folge zu sexuellen Übergriffen geäußert, die sie während ihrer Kindheit erdulden musste. Die 50-jährige Journalistin, die insgesamt 19 Jahre für die renommierte Nachrichtensendung arbeitete, sprach im Rahmen ihres wöchentlichen Podcasts „Baborie & Rakers – Was war los gewesen?“ offen über diese schmerzhaften Erfahrungen.

Vater als Vorbild und Vorbereiter

Aufgewachsen in ländlicher Umgebung in Mecklenburg-Vorpommern, pendelte Rakers täglich etwa 35 Minuten mit dem Bus zur Schule. Ihr Vater, der sie allein großzog, stellte für sie ein „sehr positives Beispiel“ von Männlichkeit dar. Doch dieser wusste ebenfalls um die Gefahren, die seiner Tochter drohen konnten. Daher bereitete er sie frühzeitig auf mögliche Bedrohungsszenarien vor und instruierte sie, wie sie sich verhalten sollte, falls sich ein Mann neben sie setzen und unangemessen verhalten würde.

Konkrete Vorfälle im öffentlichen Nahverkehr

Rakers erinnert sich an einen spezifischen Vorfall, als sie ungefähr elf Jahre alt war: „Es ist natürlich passiert: Ein Mann, der irgendwie anfängt, an seinem Geschlechtsteil herumzuspielen, während ich daneben sitze und dabei irgendwie seinen Arm an mir reibt.“ In dieser Situation befolgte sie die Ratschläge ihres Vaters wortgetreu. Sie stand auf und sagte deutlich: „Hören Sie auf, sich an den Penis zu fassen.“ Die Reaktion war unmittelbar – alle Fahrgäste drehten sich um, und der Mann verließ den Bus an der nächsten Station.

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Traumatische Waldbegegnung im Alter von sieben Jahren

Noch erschütternder gestaltet sich ein weiterer Vorfall, den Rakers im Alter von nur sieben Jahren erlebte. „Ich bin als Kind schon mal Opfer geworden von einem Mann im Wald, der mich bedroht hat mit seinem Hund. Dann hat er meinen Arm genommen und an seinem erigierten Penis gerieben. Das war so die schlimmste Situation“, berichtet die ehemalige Nachrichtensprecherin. Diese traumatische Erfahrung hinterließ tiefe Spuren.

Weiterer Übergriff im überfüllten Bus

Ein zusätzlicher Vorfall ereignete sich ebenfalls im öffentlichen Nahverkehr. Rakers war gemeinsam mit einer Freundin unterwegs, doch aufgrund der Überfüllung konnten die beiden Mädchen nicht nebeneinanderstehen. Nachdem sie ausgestiegen waren, brach ihre Freundin in Tränen aus. Der Grund: „Weil die ganze Zeit ein Mann hinter ihr gestanden und diese Enge im Bus ausgenutzt hat und mit seiner Hand von hinten zwischen ihre Beine gegangen ist und sie angefasst hat. Sie wusste überhaupt nicht, was sie machen sollte, und hat sich fürchterlich geschämt.“

Öffentliche Debatte als Auslöser für Offenlegung

Die Enthüllungen erfolgten im Kontext der aktuellen öffentlichen Diskussion um Collien Fernandes und Christian Ulmen. Rakers erklärte dazu: „Natürlich habe auch ich in meinem Leben schon sehr viele Situationen mit Männern erlebt, die sehr, sehr brenzlig waren – und in denen es auch um sexuelle Gewalt ging.“ Durch ihren Podcast, den sie gemeinsam mit Radio-Moderatorin Ariana Baborie produziert, findet dieses sensible Thema eine breitere Öffentlichkeit.

Die mutige Schilderung ihrer Erfahrungen durch Judith Rakers unterstreicht die Notwendigkeit fortgesetzter Aufklärung über sexuelle Übergriffe und deren langfristige psychologische Auswirkungen auf Betroffene. Ihre Offenheit könnte weiteren Opfern helfen, über ähnliche Erlebnisse zu sprechen und das gesellschaftliche Bewusstsein für dieses gravierende Problem zu schärfen.

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