Grimme-Preise 2026: Mai Thi Nguyen-Kim und Cum-Ex-Serie ausgezeichnet – Kritik an thematischen Lücken
Grimme-Preise: Nguyen-Kim und Cum-Ex-Serie geehrt – Kritik an TV-Jahrgang

Grimme-Preise 2026: Auszeichnungen für herausragende TV-Produktionen und kritische Töne

Die bedeutendste deutsche Fernsehpreisverleihung, die Grimme-Preise, hat ihre Preisträger für das Jahr 2026 bekannt gegeben. Unter den Geehrten befinden sich prominente Namen wie die Moderatorin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, die Journalistin Golineh Atai sowie die satirisch gefärbte Finanzkrimi-Serie „Die Affäre Cum-Ex“. Die Verleihung der 62. Ausgabe findet am 24. April im Theater der Stadt Marl statt und wird von 3sat zeitversetzt übertragen.

Ausgezeichnete Vielfalt: Von Wissenschaftsunterhaltung bis Investigativjournalismus

In der Kategorie „Unterhaltung“ wurde die Sendung „MAITHINK X – Die Show“ von Mai Thi Nguyen-Kim prämiert. Die Chemikerin beantwortet darin auf leichtfüßige Weise kontroverse wissenschaftliche Fragen, etwa zur möglichen Wiedereinführung der Atomkraft. Die Jury würdigte damit die gelungene Verbindung von Wissenschaft und Unterhaltung.

Im Bereich „Information & Kultur“ erhielten mehrere dokumentarische Produktionen Auszeichnungen. Dazu zählen die Reportage „Sudan: Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges“ von ZDF/DW/Arte sowie der Zweiteiler „Hass.Hetze.Hoffnung“, der erstmals eine Produktion des Privatsenders RTL Zwei ehrte.

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Die „Besondere Journalistische Leistung“ ging an Golineh Atai für ihre analytisch herausragenden Berichte aus der arabischen Welt. Die in Iran geborene ZDF-Journalistin wurde für ihre ruhige Erzählweise gelobt.

Fiktion im Fokus: Cum-Ex-Serie und neue Tatort-Ermittler

In der Kategorie „Fiktion“ konnte sich der achtteilige ZDF-Finanzkrimi „Die Affäre Cum-Ex“ über eine Auszeichnung freuen. Weitere prämierte Produktionen sind der Polizei-Thriller „Die Nichte des Polizisten“, die Coming-of-Age-Serie „Tschappel“ und die „Tatort“-Folge „Dunkelheit“ mit einem neuen Frankfurter Ermittlungsteam.

Eine „Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands“ erhielt Frank Elstner. Der DVV würdigte ihn nicht nur als erfahrenen Programmgestalter, sondern auch als engagierten Botschafter für gesellschaftliche Anliegen.

Kritische Worte der Institutsleiterin: Fehlt es an Mut?

Trotz der vielfältigen Auszeichnungen äußerte Çiğdem Uzunoğlu, die Direktorin des Grimme-Instituts, in einem Statement zur Preisvergabe auch kritische Töne zum Fernsehjahrgang 2025. Sie betonte, dass die prämierten Produktionen zwar wichtige zeitgeschichtliche Themen wie Rassismus, Rechtsradikalismus und Probleme des Gesundheitssystems behandelten.

„Bei genauerer Betrachtung zeigen sich jedoch thematische Lücken“, so Uzunoğlu. „Die Kriege in Europa und im Nahen Osten kommen nicht vor, ebenso die Klimakrise. Fehlt es hier an Mut?“ Diese Frage wirft ein Schlaglicht auf mögliche Defizite in der deutschen Fernsehlandschaft.

Insgesamt 19 Auszeichnungen und eine prominente Moderation

Insgesamt werden bei der diesjährigen Verleihung 19 Produktionen und Leistungen mit Grimme-Preisen bedacht. Durch die Veranstaltung führt Linda Zervakis, musikalisch begleitet von Helmut Zerlett und seiner Band. Die Preisverleihung markiert einen Höhepunkt im deutschen TV-Jahr und setzt gleichzeitig wichtige Impulse für die inhaltliche Ausrichtung zukünftiger Produktionen.

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