YouTube-Legende Gronkh rechnet mit Social Media ab: „War ein Fehler“
Gronkh rechnet mit Social Media ab: „War ein Fehler“

YouTube-Legende Gronkh rechnet mit Social Media ab: „War ein Fehler“

Er ist eine der bekanntesten Stimmen des deutschen Internets und hat mit Gaming-Inhalten auf YouTube Karriere gemacht. Doch nun distanziert sich die YouTube-Legende Gronkh, bürgerlich Erik Range, in einem emotionalen Livestream deutlich von den sozialen Medien, die einst das Fundament seines Erfolgs bildeten. Der 48-Jährige mit über fünf Millionen Abonnenten auf YouTube lässt seinem Frust freien Lauf und übt fundamentale Kritik an den Mechanismen im Netz.

Auslöser: Fall von Cyber-Stalking

Der Auslöser für seine deutlichen Worte war ein Video über einen Fall von Cyber-Stalking. Gronkh erklärt offen: „Ich sage es euch immer wieder: Social Media war ein Fehler. Auch wenn ich davon profitiere oder wir als Creator davon profitieren.“ Er geht sogar noch weiter und bezeichnet Facebook als „den Anfang vom Ende des Internets, wie wir es kannten“. Mit dieser Aussage stellt der Influencer, der plattformübergreifend etwa 8,8 Millionen Follower hat, die gesamte Branche in Frage.

Kritik an Konsequenzlosigkeit und Anonymität

Gronkh kritisiert insbesondere die fehlende Verantwortung im digitalen Raum. „Sehr oft wollen Leute einfach nur alles sagen dürfen, aber keine Konsequenzen haben dafür“, so seine Analyse. Durch die vermeintliche Anonymität gingen alle Hemmungen verloren: „Leute fühlen sich im Internet teilweise quasi, glaube ich, unbesiegbar, unsterblich. Du kannst alles machen und es hat keine Konsequenzen, das Internet ist quasi ein großer Spielplatz, ein rechtsfreier Raum, der dich einfach nur belustigen soll.“

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Empörung als Geschäftsmodell und gesellschaftliche Spaltung

Besonders besorgt zeigt sich der YouTube-Star über die wirtschaftlichen Anreize, die zu problematischen Inhalten führen. Weil Reichweite heute Geld bedeute, werde sie mit allen Mitteln erzwungen: „Es wird gelogen, es wird betrogen, irgendetwas erfunden. Hauptsache, Leute reagieren emotional darauf.“ Dies führe zu einer gefährlichen Dynamik: „Es soll dich und mich gegeneinander aufbringen. So funktioniert Social Media heute: Wir gegen die.“ Gronkh bedauert, dass dadurch der Dialog komplett verloren gehe.

Internetführerschein als humorvoller Lösungsvorschlag

Trotz der ernsten Kritik schlägt Gronkh mit einem Augenzwinkern einen konkreten Lösungsansatz vor: „Internetführerschein, mit Punkten in Flensburg: Wenn du Dickpics versendest, wenn du Scheiße baust, mobbst, bedrohst, keine Ahnung, es gibt wirklich genug Auswahl heute.“ Für ihn wäre das fair: „Wenn du auf der Datenautobahn einfach andere Leute gefährdest, dann gibt’s einen Arschtritt.“

Keine einfachen Lösungen durch Altersbeschränkungen

Von simplen Lösungen wie einem Verbot sozialer Medien für alle unter 16 Jahren hält Gronkh wenig. „Ich glaube nicht, dass das die Lösung ist, dass wir unbedingt auf Teenager zeigen sollten, um unsere Social-Media-Probleme irgendwie damit zu lösen und die Schuld auf die zu schieben. Das sind nur Kinder.“ Das eigentliche Problem sieht er bei Erwachsenen: „Es gibt sehr viele erwachsene Menschen im Internet, die teilweise sehr fragwürdige Dinge absondern.“

Die deutlichen Worte des YouTube-Stars, der schon vor seinem Karrierestart auf YouTube im Jahr 2010 im Netz aktiv war, zeigen eine tiefe Enttäuschung über die Entwicklung der digitalen Kommunikation. Seine Kritik trifft den Nerv einer Debatte, die weit über die Gaming-Community hinausreicht.

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