Berliner Stromanschlag: Neues Detail belastet Kai Wegner
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), steht weiterhin massiv unter Druck wegen seines Krisenmanagements nach dem linksextremistischen Brandanschlag am 3. Januar 2026. Ein neu bekannt gewordenes Detail wirft erneut ein kritisches Licht auf den 53-jährigen Politiker und seine Reaktion auf den massiven Stromausfall, der rund 100.000 Berliner Haushalte betraf.
Später Kontakt zu Stromnetz Berlin
Im Zentrum der aktuellen Diskussion steht die Frage, wann Wegner konkret mit dem landeseigenen Unternehmen Stromnetz Berlin in Kontakt getreten ist. Während Wegner selbst in einem Interview mit „Welt TV“ behauptete, bereits am Morgen des 3. Januar mit Stromnetz telefoniert zu haben, zeichnet die offizielle Dokumentation ein anderes Bild.
Ein Unternehmenssprecher von Stromnetz Berlin erklärte gegenüber Medien: „Nach unserem Kenntnisstand gab es am 3.1.2026 um 22.37 Uhr ein Telefonat zwischen dem Regierenden Bürgermeister und einem Mitglied der Entscheidungsgruppe des Krisenstabes der Stromnetz Berlin GmbH. Darüber hinaus sind keine Gespräche dokumentiert.“
Widersprüchliche Zeitangaben
Die Senatssprecherin Christine Richter (61) versuchte zu vermitteln und gab an, Wegner habe bereits um 19.30 Uhr Kontakt mit Stromnetz Berlin aufgenommen. Demnach erhielt der Bürgermeister allerdings erst um 12.07 Uhr einen ersten Lagebericht von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) über die Aktivitäten des Energieversorgers.
Diese zeitliche Diskrepanz zwischen Wegners eigenen Angaben und den dokumentierten Kontakten fügt sich in eine Reihe von Ungereimtheiten ein, die bereits in den vergangenen Wochen für erhebliche Kritik gesorgt hatten.
Verschwiegenes Tennismatch und fehlende Telefonate
Bereits kurz nach dem Anschlag war Wegner in die Kritik geraten, weil er ein einstündiges Tennismatch zur Mittagszeit des 3. Januar zunächst verschwiegen hatte. Seine Erklärung gegenüber BILD lautete: „Ich musste abschalten, ich musste runterkommen, ich musste meine Gedanken fassen.“
Anfang dieser Woche kam dann durch den „Tagesspiegel“ ans Licht, dass es am Vormittag des Anschlagstages entgegen Wegners Behauptungen keine Telefonate mit dem Bundeskanzleramt oder dem Bundesinnenministerium gegeben haben soll.
Politische Folgen ungewiss
Der linksextremistische Brandanschlag hatte die Infrastruktur von Stromnetz Berlin massiv beschädigt und zu einem der größten Stromausfälle in der jüngeren Berliner Geschichte geführt. Die politischen Konsequenzen für den Regierenden Bürgermeister sind noch ungewiss, doch der Druck auf Wegner wächst mit jedem neuen Detail, das über sein Handeln an diesem kritischen Tag bekannt wird.
Die Opposition und Teile der Öffentlichkeit stellen zunehmend die Frage, ob Wegners Krisenmanagement den Anforderungen an einen Regierungschef in einer derartigen Notsituation gerecht geworden ist. Die Diskussion um die genauen Abläufe und Zeitpunkte seiner Interventionen dürfte in den kommenden Tagen weiter an Schärfe gewinnen.



