Heidi Klum enthüllt dunkle Seiten der Model-Karriere: Abnehmpillen und Selbstzweifel
Heidi Klum, heute eine Ikone der internationalen Modebranche, blickt auf eine Karriere zurück, die keineswegs von Beginn an von Erfolg geprägt war. Die 52-jährige Bergisch-Gladbacherin musste in ihren frühen Jahren als Model harte Kritik und Ablehnung einstecken, die zu tiefgreifenden Selbstzweifeln führte. In der ProSieben-Reality-Doku "On & Off the Catwalk" teilt sie nun offen ihre Erfahrungen mit unseriösen Angeboten und dem Druck, unrealistischen Schönheitsidealen zu entsprechen.
"Du bist zu fett": Kritik und Ablehnung prägten den Start
Zu Beginn ihrer Laufbahn in den Neunzigerjahren war Heidi Klums Typ in der Modelwelt nicht gefragt. Sie erinnert sich an Sätze wie: "Du bist zu fett. Du bist zu kommerziell. Lass uns deine Haare schneiden. Du brauchst coolere Klamotten. Große Kunden wollen dich sowieso nicht haben." Diese ständige Kritik ging an der damals 19-Jährigen nicht spurlos vorüber und führte zu erheblichen Selbstzweifeln. Klum betont, dass Kunden, Agenten und Fotografen in dieser Zeit deutlich härter und weniger einfühlsam mit jungen Models umgingen als heute.
Unseriöse Angebote: Abnehmpillen und falsche Job-Versprechen
Die Situation verschärfte sich durch fragwürdige Angebote, die Klum erhielt. So wurden ihr Substanzen angeboten, die angeblich beim Abnehmen helfen sollten. Sie erzählt: "Ich war nie so verzweifelt, dass ich dann gesagt habe, okay ich hör jetzt auf euch und esse nichts mehr. Und fress diese Pillen, die sie mir da angeboten haben, damit ich noch mehr abnehme." Ihre körperliche Gesundheit stand für sie stets im Vordergrund, weshalb sie sich weigerte, solchen Druck nachzugeben.
Doch die unseriösen Angebote beschränkten sich nicht nur auf Abnehmpillen. Klum wurde auch zu Treffen eingeladen, bei denen sie angeblich über Jobs sprechen sollte, die sich später als nicht existent herausstellten. Sie kommentiert dies mit den Worten: "Es gab überhaupt gar keinen Job am Ende des Tages. Das war schon unseriös hier und da."
Heroin Chic und der Kampf gegen Schönheitsideale
In den Neunzigern, als Klum im Modelbusiness durchstartete, war der sogenannte Heroin Chic-Trend dominant. Dieser Stil zeichnete sich durch extrem schlanke und magere Figuren bei Frauen aus, und auf dem Laufsteg konnten Models kaum dünn genug sein. Trotz dieses enormen Drucks entschied sich Heidi Klum, sich diesem Schönheitsideal nicht zu fügen. Sie priorisierte ihre Gesundheit und lehnte es ab, sich ungesunden Praktiken zu unterwerfen.
Kritik von Karl Lagerfeld und Durchbruch trotz Widrigkeiten
Selbst etablierte Größen der Modebranche wie der verstorbene Star-Designer Karl Lagerfeld äußerten sich abfällig über Klum, was die Situation für sie zusätzlich erschwerte. Sie gesteht: "Es hat einen dann schon auch ein bisschen geärgert damals. Wenn so große Namen dich nicht gut finden... Das hat das Ganze für mich nicht einfacher gemacht." Dennoch gab Heidi Klum nie auf und klapperte beharrlich Fotografen und Designer ab, um bei der Fashion Week zu punkten.
Ihr Durchhaltevermögen zahlte sich aus: Ab 1997 erlebte ihre Karriere einen steilen Aufstieg. Sie wurde zum gefragten Model für das berühmte Unterwäsche-Label Victoria's Secret und zierte Cover weltbekannter Zeitschriften wie Sports Illustrated. Heute steht Heidi Klum als Symbol für Erfolg und Authentizität in einer Branche, die oft von Oberflächlichkeit geprägt ist.



