Der neueste Zürich-„Tatort“ mit dem Titel „Könige der Nacht“ verspricht Hollywood-Niveau. Regisseur Claudio Fäh, bekannt für Actionfilme wie „Sniper: Homeland Security“, inszeniert einen packenden Krimi, der heute um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird. Es ist der letzte Sonntagskrimi vor der Sommerpause, die bis September dauert.
Ein Abend voller Geheimnisse
Die Fahrradkurierin Moya, gespielt von Nambitha Ben-Mazwi, liefert in einer Zürcher Penthouse-Wohnung drei Pizzen aus. Die junge Frau, die aus Äthiopien geflohen ist und illegal unter dem Namen einer Freundin arbeitet, wirkt verängstigt und misstrauisch. Als sie das Gebäude verlässt, entdeckt sie Wachleute und versteckt sich. Dabei wird sie Zeugin, wie zwei Personen eine Leiche in einem Sack entsorgen. Sie flieht, verliert den Ausweis ihrer Freundin und geht verstört nach Hause. Zur Polizei zu gehen, kommt für sie nicht in Frage.
Ein toter Sexarbeiter und eine zweite Leiche
Am nächsten Tag wird die Leiche des jungen Mannes gefunden, dem Moya die Pizza übergeben hatte. Es ist der drogenabhängige Sexarbeiter Ruven. Die Kommissarinnen Tessa Ott (Carol Schuler) und Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) überraschen in seiner Wohnung zwei entlassene Häftlinge, die nach einer Kamera suchen. Offenbar wollten sie einen Richter erpressen, der einen von ihnen verurteilt hatte. Kurz darauf wird Moyas Freundin in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Die Ermittlerinnen stehen vor einem zweiten Mordfall und stellen bald einen Zusammenhang her.
Moya als Zeugin unter Druck
Ott und Grandjean spüren Moya auf, die brillant von Nambitha Ben-Mazwi gespielt wird. In einer Gegenüberstellung identifiziert sie ausgerechnet Justus Reynier (Basil Eidenbenz), einen IT-Spezialisten, der neu im Polizeipräsidium arbeitet. Die Ermittlungen führen die Kommissarinnen zum Besitzer des Penthouses. Was geschah in der Mordnacht?
Thriller-Elemente von Claudio Fäh
Der Fall wird immer bizarrer, und Regisseur Claudio Fäh nutzt seine Erfahrung aus Action- und Katastrophenfilmen. Er arbeitet mit einem langen Messer, viel Blut und einem irren Manipulator. Besonders beklemmend ist eine Szene, in der der Zuschauer die Todesangst eines Opfers spürt: Eine Plastiktüte wird sekundenlang schemenhaft gezeigt, als würde sie dem Zuschauer aufs Gesicht gedrückt. Der Sound verstärkt die Wirkung.
Gewissenskonflikte der Kommissarinnen
Der übliche Konflikt zwischen den beiden Kommissarinnen – die eine aus gehobenem Hause, die andere aus schwierigen Verhältnissen – tritt diesmal in den Hintergrund. Stattdessen geraten sie gemeinsam in einen Gewissenskonflikt, als die Staatsanwältin Anita Wegenast (Rachel Braunschweig) darauf besteht, die geflüchtete Moya in ein Abschiebezentrum zu bringen. Carol Schuler sagt über ihre Figur: „Sie versucht, auch als Polizistin stets Mensch zu bleiben.“ Die Gesetzeshüterinnen lösen das Dilemma auf unkonventionelle Weise.



