Claus Kleber verteidigt ZDF-Korrespondentin nach KI-Panne: Fehler passieren den Besten
Kleber verteidigt ZDF-Korrespondentin nach KI-Affäre

Claus Kleber zeigt Solidarität mit abberufener ZDF-Korrespondentin nach KI-Vorfall

Der ehemalige ZDF-Moderator Claus Kleber hat sich öffentlich hinter die USA-Korrespondentin Nicola Albrecht gestellt, nachdem das ZDF sie aufgrund einer KI-Panne aus New York abberufen hatte. In einem Interview mit dem »Tagesspiegel« erklärte Kleber, dass Fehler im journalistischen Geschäft auch den erfahrensten Profis unterlaufen können. »Ihr ist ein schlimmer Fehler passiert, wie er in unserem Geschäft auch den Besten passieren kann. Ich weiß, wovon ich spreche«, sagte Kleber und bezeichnete Albrecht als »eine tadellose, aufrechte Kollegin, die sich stets die schwierigsten Regionen ausgesucht« habe.

Details zur KI-Panne und den journalistischen Verstößen

Das ZDF hatte Nicola Albrecht abberufen, nachdem sie in einem Beitrag für das »heute journal« eine KI-generierte Videosequenz sowie Aufnahmen aus einem anderen Kontext verwendet hatte. Der Beitrag behandelte die Angst von Kindern in New York vor Festnahmen durch die amerikanische ICE-Behörde. Laut ZDF-Angaben stammte eine der Szenen aus einem völlig anderen Kontext, nämlich einer Festnahme in Florida aus dem Jahr 2022, während die andere Szene künstlich generiert war. Der Sender begründete die Abberufung mit schwerwiegenden Verstößen gegen interne Richtlinien und journalistische Standards.

Zunächst hatte das ZDF die Fehler nur zögerlich eingestanden und lediglich auf eine unterbliebene KI-Kennzeichnung verwiesen. Erst nach öffentlichem Druck räumte der Sender weitreichendere Probleme ein und entschuldigte sich im »heute journal« bei den Zuschauern. ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten betonte: »Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung.« Sie kündigte an, dass der Sender einen Maßnahmenkatalog erarbeite, um die Einhaltung hoher journalistischer Standards sicherzustellen.

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Klebers Appell für eine angstfreie Redaktionskultur

Claus Kleber lobte in seinem Statement, dass das ZDF den Fehler klar benannt und zusätzliche Sicherungsmechanismen angekündigt habe. Gleichzeitig warnte er davor, dass der Sender nicht in eine »Atmosphäre der Verunsicherung« abrutschen dürfe. »Jetzt ist es eine weitere Aufgabe der ZDF-Führung, dafür zu sorgen, dass sich in den Redaktionen nicht das Gift der Angst breitmacht«, so Kleber. Er forderte mehr Unterstützung für Journalisten, um eine furchtlose Arbeitsumgebung zu gewährleisten. »Es gilt, den Rücken breit zu machen und dafür zu sorgen, dass professionelle Journalisten furchtlos ihrer Arbeit weitermachen können. Wie Nicola Albrecht.«

Claus Kleber, der von 2003 bis 2021 das »heute journal« moderierte, betonte die Bedeutung von Transparenz und Lernfähigkeit in der Medienbranche. Sein Statement unterstreicht die Herausforderungen, die mit dem Einsatz neuer Technologien wie KI im Journalismus einhergehen, und mahnt zu einem verantwortungsvollen Umgang, ohne dabei die menschliche Fehlbarkeit zu ignorieren.

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