Dramatischer Massensturz überschattet Frauen-Radrennen in Italien
Der italienische Frühjahrsklassiker Milano–Sanremo Donne wurde von einem schweren Unfall mit mehreren Top-Fahrerinnen überschattet. In der rasanten Abfahrt von der Cipressa kam es bei hohem Tempo zu einem folgenschweren Massensturz, der das Rennen in ein Chaos aus Rädern, Körpern und Carbonteilen verwandelte.
Schockmoment in der entscheidenden Rennphase
Die polnische Mit-Favoritin Kasia Niewiadoma (31) rutschte in einer Kurve an der Spitze des Feldes weg und krachte mit voller Wucht in die Straßenbegrenzung. Die Fahrerin blieb auf der Fahrbahn liegen, woraufhin mehrere nachfolgende Fahrerinnen nicht mehr ausweichen konnten und ungebremst in sie hinein prallten. Unter den Gestürzten befand sich auch die Vorjahresfünfte Kim Le Court.
Doch damit nicht genug: In derselben Abfahrt verlor auch die Italienerin Debora Silvestri (27) die Kontrolle über ihr Rad. Sie flog über die Leitplanke und stürzte mehrere Meter tiefer auf den Asphalt einer abzweigenden Straße, wo sie längere Zeit liegen blieb. Die Szenen schockierten selbst routinierte Team-Betreuer und Zuschauer.
Medizinische Versorgung und vorsichtige Entwarnung
Nach dem Rennen gab der sportliche Leiter von Debora Silvestri vorsichtige Entwarnung: Lebensgefahr bestehe nicht. Alle gestürzten Fahrerinnen waren bei Bewusstsein und konnten umgehend medizinisch versorgt werden. Genauere Informationen zum Ausmaß der Verletzungen stehen jedoch noch aus und werden in den kommenden Tagen erwartet.
Heißes Finale trotz des Dramas
Trotz des schweren Zwischenfalls wurde das Rennen fortgesetzt. Rund 25 Kilometer vor dem Ziel hatte Lieke Nooijen mit einer Attacke an der Cipressa die finale Phase eröffnet. Am Poggio formierte sich schließlich eine fünfköpfige Spitzengruppe, die den Sieg unter sich ausmachte.
Im Sprint auf der Via Roma setzte sich die belgische Weltmeisterin Lotte Kopecky durch. Sie gewann vor Noemi Rüegg und Eleonora Camilla Gasparrini. Die beste deutsche Platzierung erreichte Ricarda Bauernfeind als 31. – neun Sekunden hinter der Siegerin.
Der Unfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit im professionellen Radsport auf, insbesondere bei den anspruchsvollen Abfahrten der italienischen Klassiker. Die Teams und Veranstalter werden die Vorfälle nun analysieren, um künftig ähnliche Situationen zu vermeiden.



