Neuer Medienrat nimmt Arbeit unter Vorsitz von Nathalie Wappler auf
Die scheidende Direktorin des Schweizer Fernsehens (SRF), Nathalie Wappler, wurde zur Vorsitzenden des neu geschaffenen Medienrats gewählt. Das sechsköpfige Kontrollgremium für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat nun offiziell seine Arbeit aufgenommen, wie die Bauhaus-Universität in Weimar mitteilte, wo der Medienrat seinen Sitz hat.
Struktur und Aufgaben des neuen Gremiums
Als Stellvertreterin wurde die renommierte Politikwissenschaftlerin Jeanette Hofmann berufen. Der Medienrat wurde im Rahmen des Reformstaatsvertrags zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk ins Leben gerufen und fungiert als übergeordnetes Bewertungs- und Beratungsgremium für ARD, ZDF und Deutschlandradio. Allerdings übernimmt das Gremium keine regulatorische oder direkte Aufsichtsfunktion, sondern konzentriert sich auf strategische Impulse und Qualitätssicherung.
Wappler, die Ende April ihre Position beim SRF verlässt, erklärte: „Unsere Ambition und unser Auftrag ist es, die Transformation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch unabhängige Expertise und strategische Impulse zu begleiten, Debatten anzustoßen und einen Beitrag zur Qualitätssicherung zu leisten.“ In den kommenden Wochen sollen weitere organisatorische Strukturen aufgebaut werden, nachdem die erste Zusammenkunft bereits im Februar in Weimar stattfand.
Regelmäßige Berichterstattung und zukünftige Entwicklung
Alle zwei Jahre wird der Medienrat einen umfassenden Bericht vorlegen, der die Entwicklung und Leistungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks analysiert. Dieses regelmäßige Reporting soll Transparenz fördern und als Grundlage für öffentliche Diskussionen dienen. Die Einrichtung des Gremiums markiert einen wichtigen Schritt in der fortlaufenden Medienreform, die darauf abzielt, den Rundfunk an die Herausforderungen des digitalen Zeitalters anzupassen.
Die Wahl von Nathalie Wappler, einer erfahrenen Medienmanagerin mit internationaler Expertise, unterstreicht den Anspruch, unabhängige und kompetente Führung zu etablieren. Ihre Erfahrung im öffentlich-rechtlichen Bereich wird als wertvolle Ressource für die Begleitung der anstehenden Transformationsprozesse angesehen.



