Prominente zeigen Solidarität mit Collien Fernandes nach schweren Vorwürfen gegen Christian Ulmen
Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben und damit eine Welle der Solidarität ausgelöst. Zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Unterhaltung haben sich in den sozialen Medien zu den Vorwürfen geäußert und Fernandes für ihren Mut gelobt, an die Öffentlichkeit zu gehen.
Schwere Vorwürfe der digitalen Gewalt
In einem ausführlichen Instagram-Post beschreibt Fernandes, wie über Jahre hinweg unter ihrem Namen falsche Nacktfotos und andere pornografische Inhalte über Fake-Profile verbreitet wurden. Bereits 2023 war sie mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen und drehte 2024 eine Dokumentation zu dem Thema. Doch die Angriffe setzten sich fort.
„Die ganze Zeit über ziemlich nah“, schreibt Fernandes in ihrem Beitrag und nennt dabei explizit den Namen ihres Ex-Mannes Christian Ulmen als mutmaßlichen Täter. Sie wirft ihm vor, sich als sie ausgegeben, pornografisches Material verschickt zu haben, das aussah, als zeige es sie, und sich mit Männern zum Telefonsex verabredet zu haben.
In Spanien, wo das Ex-Paar zuletzt gelebt hat, hat Fernandes Anzeige gegen Ulmen erstattet. Das Verfahren befindet sich noch in einem frühen Stadium, für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Der SPIEGEL hat wochenlang zu dem Fall recherchiert und eine Titelgeschichte veröffentlicht.
Breite Unterstützung aus der Prominenz
Mehr als 71.000 Menschen haben Fernandes' Beitrag bisher gelikt, über 5900 haben ihn kommentiert. Besonders auffällig ist die breite Unterstützung durch prominente Frauen aus verschiedenen Bereichen.
Grünenpolitikerin Ricarda Lang schrieb: „Ich hab gar keine Worte dafür, wie schlimm das ist. Danke für deinen Mut ❤️“ und teilte den Post in ihrer Instagram-Story. In ihrem Kommentar betonte sie: „Du zeigst damit ganz vielen Betroffenen, dass sie nicht allein mit diesen Erfahrungen sind. Das Ganze hat System.“
Die Komikerin Carolin Kebekus kommentierte: „Das ist nicht zu fassen. Danke für deine Offenheit. Die Scham muss die Seite wechseln.“ Dieser Satz, ursprünglich von Missbrauchsopfer Gisèle Pelicot geprägt, wurde von vielen Unterstützern aufgegriffen.
Weitere Stimmen der Solidarität
- Drehbuchautorin Anika Decker: „Ich wünsche dir ganz viel Kraft, liebe Collien. Es tut mir unendlich leid, was dir passiert ist.“
- Autorin Sophie Passmann: „Die Mutigste bist Du.“
- Grünenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt: „So grausam, so unermesslich brutal, es ist kaum zu erfassen, was das zu bedeuten hat.“
- Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer: „Den größten Dank im Namen von so vielen von uns.“
- Moderatorin Visa Vie: „Danke, dass du den Mut und die Kraft aufgebracht hast, das mit der Welt zu teilen!“
Auch männliche Unterstützer meldeten sich zu Wort. Der ehemalige SPD-Politiker Kevin Kühnert schrieb: „Hochachtung für den Mut, sich über Jahre hinweg zu wehren.“ Die Schauspieler Bruno Alexander und Oskar Belton, deren Erfolgsserie „Die Discounter“ einst von Ulmens Produktionsfirma ermöglicht wurde, zeigten sich ebenfalls solidarisch.
Vergleich mit dem Pelicot-Fall
Viele Kommentatoren zogen Parallelen zum Fall der französischen Schauspielerin Gisèle Pelicot, die ähnliche Erfahrungen mit digitaler Gewalt gemacht hatte. Die Autorin Kristina Lunz sprach in ihrer Instagram-Story von einem „deutschen Pelicot-Fall“ und betonte: „Die Gewalt, die Christian Ulmen Collien Fernandes angetan hat, ist so fürchterlich, ich bin so erschüttert.“
Die Autorin und Fernsehjournalistin Düzen Tekkal nannte den Fall ebenfalls einen „Pelicot-Moment“ und schrieb: „Wie wichtig wie mutig ist es, dass Collien Fernandes das Schweigen gebrochen hat? Und wir hören zu und stehen hinter Dir!“
Die Autorin und Influencerin Louisa Dellert veröffentlichte einen eigenen Post mit dem Titel: „Nicht alle Männer, aber wenn, dann eigentlich immer Männer.“
Forderung nach Gesetzesänderungen
In ihren Kommentaren forderten viele Unterstützer konkrete politische Konsequenzen. Ricarda Lang betonte die Notwendigkeit, „digitale Gewalt endlich ernst zu nehmen und die Gesetzeslücken, die Frauen schutzlos zurück lassen, zu schließen“.
Die breite Solidaritätsbekundung zeigt, dass das Thema digitale Gewalt gegen Frauen zunehmend ins öffentliche Bewusstsein rückt und Betroffene wie Collien Fernandes mit ihrem Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen, anderen Frauen den Weg ebnen, ähnliche Erfahrungen zu teilen und Unterstützung zu finden.



