SPIEGEL-Recherche enthüllt: Vorwürfe digitaler Gewalt gegen Christian Ulmen durch Collien Fernandes
SPIEGEL-Recherche: Vorwürfe digitaler Gewalt gegen Christian Ulmen

SPIEGEL-Recherche enthüllt Details zu Vorwürfen digitaler Gewalt im Fall Fernandes-Ulmen

Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben. Sie wirft ihm digitale sexualisierte Gewalt vor, ein Thema, das in Deutschland bisher wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhielt. Der SPIEGEL hat diese Anschuldigungen in einer umfassenden Recherche untersucht und dokumentiert.

Die Vorwürfe im Detail

Laut der von Fernandes erstatteten Anzeige soll Ulmen über Jahre hinweg Fakeprofile in ihrem Namen auf sozialen Medien betrieben haben. Über diese Accounts habe er mit anderen Männern sexualisierte Nachrichten ausgetauscht und sogar Telefonsex als vermeintliche Collien Fernandes geführt – alles hinter ihrem Rücken. Fernandes, die sich öffentlich gegen Gewalt im Internet engagiert, erklärte dem SPIEGEL erstmals, dass ihr Ex-Mann der mutmaßliche Täter sei. Zudem wirft sie ihm körperliche Übergriffe vor.

Die Recherche-Methodik des SPIEGEL

Redakteurin Juliane Löffler und Kollege Max Hoppenstedt leiteten die Untersuchung. Sie sichteten über Wochen hinweg umfangreiches Material, darunter:

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  • Dokumente, Fotos und Videos
  • E-Mails und Handychats
  • Audiodateien und rechtliche Unterlagen

Eine entscheidende Entdeckung war eine E-Mail von Christian Ulmen an seine Anwälte, in der er zugab, im Namen seiner damaligen Frau Fakeprofile angemeldet und über diese Accounts mit Männern gechattet, geflirtet und Sextalk betrieben zu haben. Mehrere Personen aus dem Umfeld des Paares in Hamburg, Berlin und Mallorca wurden befragt, einige davon mit eidesstattlichen Versicherungen.

Rechtliche und gesellschaftliche Dimension

In Spanien, wo das Ex-Paar zuletzt lebte, laufen aufgrund der Anzeige Vorermittlungen. Ob es zu einer Anklage kommt, ist noch offen. Der SPIEGEL betont, dass für Christian Ulmen die Unschuldsvermutung gilt. Ulmen selbst äußerte sich nicht zu den Vorwürfen, seine Anwälte boten ein Hintergrundgespräch unter der Bedingung an, dass deren Einlassung nicht veröffentlicht wird.

Die Redaktion wog sorgfältig ab, welche Vorwürfe öffentlich gemacht werden können. „Hier geht es um sehr viel mehr als einen mutmaßlichen Einzelfall“, erklärt Löffler. „Digitale sexualisierte Gewalt ist ein strukturelles Problem, über das in Deutschland noch zu wenig gesprochen wird.“ Der Fall soll auf diesen gesellschaftlichen Missstand aufmerksam machen.

Bedeutung für die öffentliche Debatte

Die Recherche unterstreicht die Verbreitung digitaler Gewalt, die oft im Verborgenen stattfindet. Durch die detaillierte Dokumentation will der SPIEGel das Bewusstsein für diese Form der Gewalt schärfen und Betroffenen eine Stimme geben. Die Arbeit zeigt, wie investigative Journalistik komplexe Vorwürfe aufklären und zu gesellschaftlichen Diskussionen beitragen kann.

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