YouTube-Star beendet Funk-Kooperation: Scharfe Kritik an ARD und ZDF
YouTube-Star beendet Funk-Kooperation: Kritik an ARD/ZDF

YouTube-Star beendet Zusammenarbeit mit ARD und ZDF

Alexander Prinz (31), bekannt als „Der Dunkle Parabelritter“, hat seine Kooperation mit dem öffentlich-rechtlichen Netzwerk Funk beendet. Von 2024 bis 2026 war der YouTuber mit seinem erfolgreichen Kanal Teil des gemeinsamen Online-Angebots von ARD und ZDF für junge Zielgruppen. Was mit großen Hoffnungen begann, endete nun in bitterer Enttäuschung.

„Manchmal ist Schlussmachen die beste Option“

In einem ausführlichen Fazit-Video zieht Alexander Prinz eine schonungslose Bilanz seiner zweijährigen Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Sendern. „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist eine schwerfällige Behörde“, stellt der Content-Creator fest. „Es ist schade, dass sie nicht so arbeiten können, wie es für das Internet wirklich nötig wäre.“

Prinz kritisiert vor allem die überbordende Bürokratie, die kreative Prozesse massiv behindert habe. „Ich musste tatsächlich einen IT-Experten beauftragen, eine spezielle Excel-Liste zu entwickeln, nur um die 300 bis 500 Quellen und Einblendungen pro Video sowie die vielen hunderten Überarbeitungen nachvollziehbar zu dokumentieren“, berichtet der YouTuber. Jeder Schnitt und jedes Wort musste demnach akribisch protokolliert werden.

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Bürokratie-Monster und Kuschelkurs

Die Absurdität der bürokratischen Anforderungen wird für Prinz besonders deutlich an einem Beispiel: „Sogar die historische Tatsache, dass Marie-Antoinette auf der Guillotine gestorben ist, musste ich mit Quellen belegen.“ Der ÖRR beschreibt er als ein wahres Bürokratie-Monster: „Zuerst wird ein Gremium von fünf Landesrundfunkanstalten einberufen, nur um herauszufinden, wer überhaupt verantwortlich sein könnte und aus welchem Budgettopf etwas finanziert werden kann.“

Hinzu komme ein ausgeprägter Kuschelkurs aus Angst vor Konflikten. „Beim ÖRR ist oft das Erste, was man sich fragt: Wer könnte uns dafür angreichen?“, so Prinz. Diese Haltung führe seiner Meinung nach nicht zu Qualitätssteigerung, sondern eher zu Selbstzensur und kreativer Lähmung.

Prozess wichtiger als Ergebnis

Besonders frustrierend sei für den YouTuber die Priorisierung von Prozessen über Ergebnissen gewesen. „Der Prozess ist viel, viel wichtiger als das eigentliche Ergebnis“, kritisiert Prinz. „Das hat mich fertig gemacht, weil in der realen Welt ein toller Prozess bei einem schlechten Ergebnis letztlich völlig wertlos ist.“

Der 2012 gestartete Kanal „Der Dunkle Parabelritter“ hat sich im Laufe der Jahre von Metal- und Festival-Themen hin zu gesellschaftlichen und kulturellen Inhalten entwickelt. Mit fast 700.000 Abonnenten gehört Prinz zu den etablierten Größen der deutschen YouTube-Landschaft.

Keine Hoffnung auf Veränderung

Auf die Frage nach möglichen Verbesserungen im öffentlich-rechtlichen System antwortet Prinz pessimistisch: „Der ÖRR kann sich gar nicht modernisieren. Dazu müsste man erst einmal akzeptieren, dass man ein großes Problem hat.“ Der YouTuber bezweifelt, dass die Sender überhaupt wahrnehmen, was um sie herum geschieht: „So sehr dreht er sich um sich selbst.“

Obwohl Prinz betont, persönlich positive Erfahrungen gemacht und viel gelernt zu haben, bleibt sein Resümee ernüchternd: „Habe ich es geschafft, den ÖRR irgendwie selbst so ein kleines bisschen zu verändern? Keinen Millimeter – wirklich kein einziges, winziges, kleines bisschen.“

Das Problem liege nicht bei den einzelnen Mitarbeitern, sondern im festgefahrenen Gesamtgefüge der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Die Trennung von Funk markiert damit das Ende eines Experiments, das zeigen sollte, wie etablierte Medien und digitale Content-Creator zusammenarbeiten können – und das nun an strukturellen Hindernissen gescheitert ist.

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