Luca Herrmann: Ein Spieler zwischen zwei Fußball-Welten
Wenn Dynamo Dresden am Samstag um 13 Uhr beim SC Paderborn in der 2. Bundesliga antritt, dann ist das mehr als nur ein normales Fußballspiel. Für Mittelfeldspieler Luca Herrmann wird es eine besondere Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Der 27-Jährige wechselte erst im vergangenen Sommer von Paderborn zurück nach Dresden und kann daher beide Vereine aus nächster Nähe vergleichen.
Paderborn: Ruhe und kontinuierliche Entwicklung
„In Paderborn wird der Fußball nicht so großgeschrieben wie hier in Dresden“, erklärt Herrmann im Vorfeld des wichtigen Zweitliga-Duells. „Da erregt das alles einen Ticken weniger Aufmerksamkeit. Das merkst du auch, wenn du in die Stadt gehst.“ Doch der Profi betont sogleich die positiven Aspekte dieser Situation: „Das hat dem Verein über Jahre die Ruhe gegeben, sich so zu entwickeln, wie sie es getan haben. Und ich glaube, dass inzwischen auch eine gewisse Euphorie entstanden ist. Das ist schon eine coole Adresse dort.“
Dresden: Die Power der Massen
Allerdings sei die Atmosphäre in Dresden nicht zu vergleichen, so Herrmann weiter. „Es ist auch eine Chance, wenn man die Dinge gut macht, dass es dann mehr Power entfachen kann, so wie hier.“ Die aktuelle Dynamik bei Dynamo Dresden ist bei den regelmäßig ausverkauften Heimspielen im Rudolf-Harbig-Stadion mit 30.000 Fans deutlich spürbar. „Du hast als Fußballer immer den Traum, in großen Stadien zu spielen. Das ist hier schon extrem geil. Man genießt es jede zweite Woche, auf dem Platz zu stehen“, schwärmt der Mittelfeldmann.
Beide Seiten haben ihre Vorteile
Herrmanns Fazit fällt differenziert aus: „Auf jeden Fall haben beide Seiten ihren Vorteil und es ist interessant, sie zu erleben. Man lernt, anders damit umzugehen.“ Der Spieler, der in der vergangenen Saison 19 Mal für Paderborn in der 2. Liga auflief, weiß beide Umfelder zu schätzen.
Sentimentalitäten bleiben außen vor
Bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte haben sentimentale Gefühle jedoch keinen Platz, wenn es für beide Teams um enorm wichtige Zweitliga-Punkte geht. „Ich schätze Paderborn immer stark ein. Das ist ein sehr gutes Zweitliga-Team, weil die dort einfach gute Arbeit leisten. Und das nicht erst seit gestern. Es wird maximal schwierig für uns“, ist sich Herrmann bewusst.
Zuversicht trotz schwieriger Aufgabe
Trotz der großen Herausforderung zeigt sich der technisch beschlagene Profi zuversichtlich: „Ich glaube schon, sie sind schlagbar. Wir haben uns ein paar Punkte erarbeitet, die wir reinbringen müssen. Da rechne ich uns schon gute Chancen aus.“ Diese Zuversicht speist sich auch aus der Erinnerung an das Hinspiel, bei dem Dynamo Dresden eine starke Leistung zeigte, sich jedoch mit einer 1:2-Heimpleite nicht belohnte. „Ich war danach noch in der Kabine bei den Jungs. Da habe ich auch das Feedback bekommen, dass es echt schwer für sie war bei uns“, erinnert sich Herrmann.
Aktueller Höhenflug als Trumpf
In Anbetracht von Dynamos aktuellem Höhenflug dürfte die Aufgabe für Paderborn auch am Samstag nicht einfacher werden. Vielleicht klappt es diesmal ja auch mit etwas Zählbarem für die Dresdner. Das Duell verspricht spannend zu werden, nicht nur wegen der sportlichen Bedeutung, sondern auch wegen der persönlichen Geschichte eines Spielers, der beide Fußball-Welten aus eigener Erfahrung kennt und zu schätzen weiß.



