ZDF muss Trump-Bericht korrigieren: Gefälschte Videos im 'heute journal' aufgedeckt
Das ZDF hat in einer Ausgabe des 'heute journal' gefälschte Videosequenzen über die Abschiebepolitik der Trump-Administration ausgestrahlt. Wie sich herausstellte, wurde eine der gezeigten Aufnahmen mit Künstlicher Intelligenz erzeugt, während eine weitere Szene tatsächlich die vier Jahre alte Festnahme eines Jungen nach einer Amokdrohung in Florida darstellte. Der Mainzer Sender reagierte prompt und entfernte die inkorrekten Clips nachträglich aus dem Beitrag.
Moderatorin Dunja Hayali verwies auf soziale Netzwerke
In der Anmoderation zur entsprechenden Sendung am Sonntagabend hatte Moderatorin Dunja Hayali bereits auf die Vielzahl von Videos in sozialen Netzwerken zu den Einsätzen der ICE-Truppen unter Donald Trump hingewiesen. „Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele“, erklärte die 51-Jährige und betonte ein vermeintliches Klima der Angst, das selbst vor Kindern nicht haltmache. Diese Aussage untermauerte der Beitrag mit den später als falsch identifizierten Bildern.
KI-generierter Clip und veraltete Festnahme-Szene
Besonders problematisch war die Ausstrahlung eines KI-generierten Videos, das weinende Kinder zeigte, die an ihrer von Beamten abgeführten Mutter zerren. Dieser Clip hätte eigentlich als KI-generiert gekennzeichnet werden müssen, was nach Angaben des ZDF aus technischen Gründen bei der Überspielung unterblieb. Zudem präsentierte das 'heute journal' unter dem Text „ICE-Beamte nehmen Kinder an Schulen fest“ eine Aufnahme, die in Wahrheit die Festnahme eines 10-Jährigen nach einer Amokdrohung im Mai 2022 dokumentierte. Der zuständige Sheriff hatte damals kommentiert: „Dieses Kind hat eine falsche Drohung ausgesprochen, und jetzt muss es mit realen Konsequenzen rechnen.“
ZDF reagiert mit Korrektur und geänderter Mediathek-Fassung
Nachdem die Online-Portale 'Nius' und 'Apollo News' über die Vorfälle berichtet hatten, ergriff das ZDF umgehend Maßnahmen. Der Sender teilte mit, die Redaktion habe den Fehler korrigiert und das Video entsprechend angepasst. In den aktualisierten Grundsätzen des ZDF ist festgelegt, dass KI-generiertes Bildmaterial stets transparent gekennzeichnet werden muss. In der ZDF-Mediathek ist inzwischen eine überarbeitete Version der Sendung verfügbar, in der die beiden gefälschten Videos durch andere Sequenzen und Standbilder ersetzt wurden. Über Teilen des Beitrags erscheint ein Hinweisbalken mit der Aufschrift: „Video aus redaktionellen Gründen nachträglich geändert“.
Offene Fragen zur redaktionellen Verantwortung
Bislang äußerte sich der Sender nicht zur Ausstrahlung der veralteten Festnahme-Szene nach der Amokdrohung. Ungeklärt bleibt auch, ob der Redaktion zum Zeitpunkt der Sendung bewusst war, dass es sich bei einem der Clips um ein KI-generiertes Video handelte. Diese Unklarheiten werfen Fragen zur redaktionellen Sorgfalt und Transparenz bei der Verwendung von Bildmaterial auf, insbesondere im sensiblen Kontext migrationspolitischer Berichterstattung.



