Berliner Kirchenaustritte 2025: Über 17.000 verlassen Glaubensgemeinschaften
Berlin: 17.681 Kirchenaustritte im Jahr 2025 verzeichnet

Berlin verzeichnet erneut hohe Zahl an Kirchenaustritten

Im Jahr 2025 haben sich erneut Tausende Berlinerinnen und Berliner von ihren Glaubensgemeinschaften abgewandt. Die aktuellen Zahlen zeigen einen anhaltenden Trend, der bereits in den Vorjahren zu beobachten war. Die Daten basieren auf einer offiziellen Antwort der Justizverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg.

Evangelische Kirche mit den meisten Austritten

Die evangelische Kirche verzeichnete mit 10.703 Austritten die höchste Zahl im vergangenen Jahr. Die römisch-katholische Kirche folgte mit 6.840 Austritten. Darüber hinaus traten 106 Menschen jüdischen Glaubens aus der jüdischen Gemeinde aus, während 32 weitere Austritte auf sonstige Religionsgemeinschaften entfielen. Insgesamt summierten sich die Austritte in Berlin auf 17.681 Personen.

Vergleich zu den Vorjahreszahlen

Bereits für das Jahr 2024 wurden ähnlich hohe Zahlen gemeldet. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) meldete für beide Bundesländer 16.519 Austritte. Das Erzbistum Berlin verzeichnete im selben Zeitraum 9.172 Austritte katholischer Christen. Diese Daten unterstreichen die Kontinuität des Austrittstrends in der Hauptstadtregion.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Verfahren und Kosten für einen Kirchenaustritt

Wer aus einer Religionsgemeinschaft austreten möchte, muss in Berlin persönlich eine entsprechende Erklärung abgeben. Dieser administrative Akt ist mit einer Gebühr von 30 Euro verbunden. Die meisten Austritte im Jahr 2025 wurden im Amtsgericht Schöneberg vollzogen, wo insgesamt 2.663 Verfahren stattfanden. Diese Praxis verdeutlicht die formellen Hürden, die mit einem Kirchenaustritt verbunden sind.

Hintergründe und gesellschaftliche Implikationen

Die hohen Austrittszahlen reflektieren möglicherweise gesellschaftliche Veränderungen und individuelle Entscheidungsprozesse. Faktoren wie veränderte Glaubensvorstellungen, finanzielle Überlegungen oder allgemeine Distanzierung von institutionellen Strukturen könnten eine Rolle spielen. Die Daten bieten Anlass für weitergehende Diskussionen über die Rolle von Religion im urbanen Raum und die Zukunft der Kirchen in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration