Erzbistum Hamburg verzeichnet rückläufige Austrittszahlen bei steigenden Taufen
Im Erzbistum Hamburg ist die Zahl der Kirchenaustritte im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Dennoch bleibt der Trend des Mitgliederschwundes in der katholischen Kirche im Norden Deutschlands deutlich spürbar. Gleichzeitig gewinnt das Thema Taufe, insbesondere im Erwachsenenalter, zunehmend an Bedeutung.
Konkrete Zahlen zu Austritten und Neuzugängen
Im vergangenen Jahr traten in Hamburg, Schleswig-Holstein und im mecklenburgischen Landesteil von Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 8.963 Katholikinnen und Katholiken aus ihrer Kirche aus. Im Jahr 2024 waren es noch 9.820 Austritte gewesen. Die regionalen Unterschiede zeigen folgendes Bild:
- In Hamburg verließen 5.247 katholische Christen die Kirche (2024: 5.325)
- In Schleswig-Holstein waren es 3.077 Austritte (2024: 3.797)
- In Mecklenburg traten 906 Personen aus (2024: 953)
Dem stehen lediglich 106 Neu- und 135 Wiedereintritte in die katholische Kirche gegenüber. Im Vorjahr lag diese Zahl bei 79 beziehungsweise 122. Die regionalen Neuzugänge verteilen sich wie folgt:
- Hamburg: 63 Neu- und 78 Wiedereintritte
- Schleswig-Holstein: 36 Neu- und 51 Wiedereintritte
- Mecklenburg: 7 Neu- und 6 Wiedereintritte
Gesamtmitgliederzahl und besondere Entwicklungen
Ende 2025 lebten im Erzbistum Hamburg 329.644 katholische Christinnen und Christen. Im Jahr 2024 waren es noch 340.212 Mitglieder. Trotz der Abgänge durch Austritte und Bestattungen konnte die Kirche auch neue Mitglieder gewinnen: 1.479 Menschen entschieden sich durch Taufe, Konversion oder Wiedereintritt für den katholischen Glauben.
Sabine Gautier, Leiterin der Pastoralen Dienststelle im Erzbistum Hamburg, kommentiert: „Die Zahlen zeigen, dass Menschen weiterhin auf der Suche nach Sinn und Spiritualität sind.“ Besonders bemerkenswert ist der wachsende Zuspruch zur Erwachsenentaufe. In den Glaubenskursen der Katholischen Glaubensinformation in Hamburg steigt die Nachfrage nach Taufen für Erwachsene und dem Übertritt in die katholische Kirche kontinuierlich an.
Weitere kirchliche Kennzahlen und bundesweite Entwicklung
Die Zahl der Taufen im Norden stieg im vergangenen Jahr um 40 auf insgesamt 1.238 Taufen. Die Teilnehmerquote bei den regelmäßigen Gottesdiensten lag bei rund 6,9 Prozent. Die Zahl der kirchlichen Trauungen sank hingegen um zwei auf 215.
Auch bundesweit hält der Mitgliederschwund bei der katholischen Kirche an. Nach vorläufigen Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn machten Katholiken in Deutschland damit nur noch 23 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Die Zahl der Kirchenmitglieder lag im vergangenen Jahr bei 19.219.601. Die bundesweiten Kirchenaustritte beliefen sich auf 307.117 und lagen damit niedriger als im Vorjahr (2024: 321.659).
Diese Entwicklung verdeutlicht die komplexe Situation der katholischen Kirche in Deutschland: Während die traditionelle Bindung nachlässt, finden gleichzeitig neue Formen der Spiritualität und des Glaubenseintritts vermehrt Zuspruch.



