Fastenzeit: Mehr als nur Verzicht auf Fleisch und Alkohol - Ein Kommentar
Fastenzeit: Mehr als nur Verzicht auf Fleisch und Alkohol (21.02.2026)

Fastenzeit: Eine Zeit der inneren Erneuerung jenseits von Konsumverzicht

Die 40-tägige Fastenzeit hat begonnen, doch viele reduzieren diese spirituell bedeutsame Phase auf oberflächlichen Konsumverzicht. Kommentator Robin Halle argumentiert, dass der eigentliche Sinn der Fastenzeit weit über den temporären Verzicht auf Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten hinausgeht.

Vom närrischen Gassenhauer zur spirituellen Tiefe

Traditionelle Karnevalslieder wie der bekannte Refrain "Am Aschermittwoch ist alles vorbei" glorifizieren oft Alkohol, Überfluss und Konsum. Die wenigsten kennen den vollständigen Text aus dem Jahr 1953, der mit Zeilen wie "Trink auf die Freude, denn heut' ist heut'" oder "Denn was erfreut, hat noch nie gereut" eine hedonistische Haltung propagiert.

Doch am Aschermittwoch beginnt etwas Bedeutungsvolleres: Christen bereiten sich in diesen Wochen auf Ostern vor - das Fest der Auferstehung und des Lebens. Diese Zeit bietet eine wunderbare Gelegenheit, den Kern des eigenen Daseins frei zu schälen und zu reflektieren.

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Verzicht als Mittel, nicht als Zweck

Zwar ist es nicht verkehrt, Konsumgüter einzuschränken, doch "schön und schlank" zu werden, stellt nicht den eigentlichen Sinn des Lebens dar. Die Kirchen gehen hier weiter und rücken die ganzheitliche Entschlackung von Körper, Geist und Seele in den Vordergrund.

Die Fastenzeit sollte genutzt werden, um:

  • Altbekannte Gewohnheiten kritisch zu überprüfen
  • Den inneren Wertekompass zu schärfen
  • Sich von unnötigen Zwängen zu befreien
  • Überflüssiges loszulassen

Der Aufruf zur Buße gleicht eher der existenziellen Frage: Bist Du auf dem rechten Weg? Wer diese Frage bis Ostern mit einem ehrlichen "Ja" beantworten kann, trägt dazu bei, die Welt friedlicher, liebenswerter und lebensfreudiger zu gestalten.

Dankbarkeit und Zufriedenheit als spirituelle Ziele

Die Suche oder Sehnsucht nach Gott sind Teil dieser hoffnungsvollen Zeit. Ebenso wichtig ist das Streben nach Dankbarkeit. Im Mönchtum existiert die Weisheit: Wer dankbar sein kann für das, was er ist, was er kann und was er hat, der braucht nicht auf andere zu schielen. Solche Menschen sind zufrieden mit sich selbst und der Welt.

Entgegen dem Karnevalslied bedeutet der Aschermittwoch nicht, dass alles vorbei ist. Im Gegenteil: Für viele Menschen fängt an diesem Tag etwas Neues und Bedeutungsvolleres an. Die Fastenzeit eröffnet Raum für persönliches Wachstum, spirituelle Vertiefung und die bewusste Gestaltung des eigenen Lebensweges.

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