Historisches Ereignis: Gebeine des Heiligen Franziskus nach 800 Jahren erstmals zu sehen
In einem beispiellosen historischen Moment werden die verehrten sterblichen Überreste des heiligen Franziskus von Assisi nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Anlässlich seines 800. Todestages können Gläubige und Interessierte die Reliquien des bedeutenden Ordensgründers in seiner Heimatstadt Assisi in Umbrien besichtigen.
Ein sinnliches Erlebnis für die Gläubigen
Die Gebeine werden bis Mitte März in der Basilika San Francesco ausgestellt, nachdem sie feierlich aus der Krypta nach oben gebracht wurden. Verantwortliche betonen, dass der Anblick den Besuchern ein „unmittelbares, sinnliches Erlebnis“ ermöglichen soll. Jeder, der die Reliquien sehen möchte, muss sich vorab online auf der speziell eingerichteten Internet-Seite „San Francesco vive“ ein Zeitfenster buchen. Die Nachfrage ist enorm: Bereits mehr als 350.000 Menschen haben sich registriert.
Die bewegte Geschichte der Reliquien
Franz von Assisi, geboren als Giovanni di Pietro di Bernardone zwischen 1181 und 1182, war ein italienischer Mönch und Ordensgründer der Franziskaner. Schon zwei Jahre nach seinem Tod im Jahr 1226 wurde er heiliggesprochen. Aus Angst vor Grabräubern wurde sein Leichnam an einem versteckten Ort tief in der Erde beigesetzt, wo er fast sechs Jahrhunderte lang verblieb. Erst 1818 erhielten die Franziskaner von Papst Pius VII. die Erlaubnis, das Grab freizulegen. Seither waren die sterblichen Überreste in einem geschlossenen Sarkophag aufbewahrt worden.
Assisi als Pilgerzentrum mit zwei Heiligen
Neben den Gebeinen des Heiligen Franziskus, der als Patron der Armen und Kranken verehrt wird, beherbergt Assisi auch einen der jüngsten Heiligen der katholischen Kirche. Knapp einen Kilometer von der Basilika San Francesco entfernt ruht der einbalsamierte Leichnam von Carlo Acutis in einem gläsernen Sarg in der Wallfahrtskirche Santa Maria Maggiore. Der 2006 im Alter von 15 Jahren an Leukämie verstorbene Jugendliche war als „Internet-Apostel“ bekannt und wurde im vergangenen Jahr von Papst Leo XIV. heiliggesprochen.
Das Vermächtnis des Heiligen Franziskus
Der Sohn eines reichen Tuchhändlers aus Assisi sagte sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts mit Anfang 20 von seiner Familie los, verschrieb sich vollständig dem Glauben und führte fortan ein Leben in absoluter Armut. Seine Bedeutung reicht weit über seinen Tod hinaus: Der im vergangenen Jahr verstorbene Papst Franziskus wählte bewusst seinen Namen, um an das Vermächtnis des Heiligen zu erinnern. Die aktuelle Ausstellung seiner Gebeine markiert somit nicht nur ein historisches, sondern auch ein spirituell bedeutsames Ereignis für Gläubige weltweit.



