Kirchenaustritte 2025: Über 650.000 verlassen evangelische und katholische Kirche
Kirchenaustritte 2025: Über 650.000 verlassen Kirchen

Kirchenaustritte 2025: Über 650.000 Menschen verlassen evangelische und katholische Kirche

Die großen christlichen Kirchen in Deutschland verzeichnen auch im Jahr 2025 einen anhaltenden Mitgliederschwund. Nach aktuellen Daten traten insgesamt mehr als 650.000 Menschen aus der evangelischen und katholischen Kirche aus. Dieser Trend setzt sich fort, obwohl die Austrittszahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken sind.

Evangelische Kirche verliert 350.000 Mitglieder

Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) registrierte im vergangenen Jahr rund 350.000 Austritte. Diese Zahl liegt geringfügig unter dem Wert von 2024, als 351.000 Mitglieder die Kirche verließen. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 gehörten den evangelischen Landeskirchen noch etwa 17,4 Millionen Menschen an. Ende 2024 waren es noch 17,9 Millionen gewesen, was einen deutlichen Rückgang innerhalb eines Jahres verdeutlicht.

Katholische Kirche: 307.000 Austritte

Auch die katholische Kirche verzeichnete 2025 erhebliche Mitgliederverluste. Gut 307.000 Menschen kehrten der Kirche den Rücken, ebenfalls etwas weniger als im Vorjahr, als mehr als 321.000 Austritte verzeichnet wurden. Laut der Deutschen Bischofskonferenz hat die katholische Kirche in Deutschland nun noch 19,2 Millionen Mitglieder, was etwa 23 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Ein Jahr zuvor lag die Mitgliederzahl bei 19,7 Millionen.

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Sterbefälle überwiegen Geburten und Eintritte

Neben den Austritten verlieren die Kirchen jedes Jahr auch Hunderttausende Mitglieder durch Sterbefälle. Diese natürlichen Verluste können durch Geburten und Neueintritte bei Weitem nicht ausgeglichen werden. Dieser demografische Faktor verschärft die Mitgliederkrise zusätzlich und stellt die Kirchen vor langfristige Herausforderungen.

Bischofskonferenz-Vorsitzender sieht auch positive Signale

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, bedauerte zwar die hohe Zahl von Kirchenaustritten, äußerte sich aber auch optimistisch. "Trotz aller Umbrüche ermutige ich dazu, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern nach vorne schauen und gemeinsam – auch in ökumenischer Verbundenheit – nach Wegen suchen, wie Christsein heute in der Gesellschaft zu größerer Akzeptanz führen kann", teilte er mit.

Wilmer wies auf ermutigende Entwicklungen hin: Der Gottesdienstbesuch finde erneut leicht steigenden Zuspruch, und die Zahlen von Erstkommunion und Firmung seien stabil geblieben. "Und ich empfinde es als positives Zeichen, dass die Zahl von Erstkommunion und Firmung stabil geblieben sind", sagte er. Diese Aspekte könnten als Hoffnungsschimmer in einer ansonsten schwierigen Phase gewertet werden.

Die anhaltenden Austrittszahlen spiegeln einen gesellschaftlichen Wandel wider, der die traditionellen Kirchen vor erhebliche Anpassungsherausforderungen stellt. Während die leichte Abnahme der Austritte möglicherweise auf erste Stabilisierungstendenzen hindeutet, bleibt die langfristige Entwicklung ungewiss. Die Kirchen müssen weiterhin nach Wegen suchen, um ihre Relevanz in einer sich verändernden Gesellschaft zu bewahren.

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