Kölner Dom führt Eintrittsgebühr für Touristen ein
Der Kölner Dom, eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands, wird künftig für touristische Besucherinnen und Besucher nicht mehr kostenlos zugänglich sein. Das Domkapitel hat auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass ab der zweiten Jahreshälfte 2026 eine sogenannte Besichtigungsgebühr für den großen Innenraum des Doms erhoben wird.
Finanzielle Herausforderungen zwingen zu Maßnahme
Die Entscheidung für die Einführung einer Eintrittsgebühr ist das Ergebnis einer Klausurtagung des Domkapitels, die sich mit der wirtschaftlichen Situation des Doms befasste. Domrendant Clemens van de Ven erklärte, dass der Kölner Dom seit 2019 sechs Jahre in Folge Verluste verzeichnet habe. Über viele Jahre konnten diese noch mit Rücklagen ausgeglichen werden, doch nun seien die Reserven auf absehbare Zeit aufgebraucht.
Die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und laufenden Betrieb des monumentalen Bauwerks seien ohne zusätzliche Einnahmen nicht mehr zu stemmen. Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich den Kölner Dom, wobei laut Dompropst Guido Assmann etwa 99 Prozent der Besucher Touristen sind.
Ausnahmen und bisherige Regelungen
Für bestimmte Gruppen bleibt der Zugang zum Dom weiterhin kostenfrei:
- Gottesdienstbesucher und Betende
- Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins
- Der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen
Bislang war der Innenraum des Doms für alle Besucher kostenlos zugänglich. Bereits jetzt werden Eintrittsgelder für die Schatzkammer und den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt. Die neue Gebühr betrifft jedoch erstmals den Hauptbereich des Kirchengebäudes.
Umsetzung und weitere Planung
Das Domkapitel teilte mit, dass die genaue Höhe der Besichtigungsgebühr sowie Details zur Kontrolle der Eintrittsregelung noch nicht feststehen. In den kommenden Wochen soll eine Planungsphase diese Fragen klären und weitere Einzelheiten zur Umsetzung der neuen Regelung erarbeiten.
Die Einführung der Gebühr markiert einen bedeutenden Wandel in der Besucherpolitik des Kölner Doms, der bisher als kostenfreie Attraktion für Millionen von Touristen aus aller Welt galt. Die Maßnahme soll dazu beitragen, den langfristigen Erhalt des UNESCO-Weltkulturerbes zu sichern.



