Die Macht der Worte: Pfarrerin Susanne Leder über Sprache und ihre Wirkung
Macht der Worte: Pfarrerin über Sprache und Wirkung

Die Macht der Worte: Pfarrerin Susanne Leder über Sprache und ihre Wirkung

Welche Kraft haben Worte eigentlich? Was machen sie mit den Menschen, an die sie gerichtet sind? Mit diesen tiefgründigen Fragen hat sich Pfarrerin Susanne Leder aus Ueckermünde in ihrer aktuellen Betrachtung zum Sonntag intensiv auseinandergesetzt. Ihre Überlegungen zeigen, dass Sprache weit mehr ist als nur ein Kommunikationsmittel.

Zwischen Schall und Macht: Die zwei Pole der Sprache

„Worte, nichts als Worte“ und „Worte haben große Macht“ – zwischen diesen beiden scheinbar gegensätzlichen Polen bewegt sich unser gesamtes sprachliches Leben. Beide Aussagen enthalten einen wahren Kern. In manchen Lebenssituationen zählen Taten tatsächlich mehr als Worte, während in anderen Momenten Worte wahrhaft Wunderbares schaffen oder aber auch Schlimmes anrichten können.

Worte als Taten: Die wissenschaftliche Perspektive

Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889–1951) prägte den berühmten Satz: „Worte sind Taten.“ Diese Aussage findet heute in der modernen Wissenschaft volle Bestätigung. Während man früher oft der Meinung war, Worte seien vergänglich wie Schall und Rauch, weiß die heutige Forschung genau, wie nachhaltig und tiefgreifend Worte wirken können.

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Ein junger Mensch, dem wiederholt gesagt wird, er sei nicht zu gebrauchen, beginnt diese negative Einschätzung bald selbst zu verinnerlichen. Wo andere Menschen durch herabsetzende Schimpfwörter für minderwertig erklärt werden, ist psychische oder sogar physische Gewalt gegen sie nicht mehr weit entfernt. Denn angeblich sind sie ja weniger wert. Umgekehrt fühlen sich Menschen, die regelmäßig Lob und echte Anerkennung erhalten, gesehen und wertgeschätzt. Worte sind somit tatsächlich Taten – sowohl im Schlechten als auch im Guten.

Spirituelle Dimension: Die Verantwortung für unsere Worte

Von Jesus Christus werden wir in der Bibel eindringlich daran erinnert, was es mit unseren Gedanken und Worten auf sich hat (Matthäus 12,36): „Eines Tages werden die Menschen Rechenschaft ablegen müssen für jedes sinnlos dahergesagte Wort.“ Diese Worte machen deutlich: Sprache ist weder Schall noch Rauch. Im spirituellen Kontext sind unsere Äußerungen eines Tages nicht einfach vergessen.

Dies mag manchen Menschen gleichgültig erscheinen. Doch schon im Hier und Jetzt betreffen unsere Worte nicht nur andere, sondern auch uns selbst. Unsere bitteren oder bösen Worte treffen nämlich nicht nur die Adressaten, sondern wirken auch unmittelbar auf uns zurück. Umgekehrt tun freundliche und liebevolle Worte auch uns selbst gut. Je behutsamer und achtsamer wir mit Worten umgehen, desto umsichtiger werden wir tendenziell auch gegenüber uns selbst.

Praktische Konsequenzen: Aufbauende Sprache im Alltag

Je mehr wir darauf verzichten, verächtlich zu denken und zu reden, desto mehr werden auch wir selbst von anderen geachtet. Jesus wusste um diese fundamentale Wahrheit und bemühte sich konsequent, Menschen mit seinen Worten zu „erbauen“ und aufzubauen. Daraus ergibt sich eine klare Handlungsmaxime für unseren eigenen Sprachgebrauch: Wir sollten bewusst Worte suchen und nutzen, die andere nicht herabsetzen, sondern sie stattdessen aufrichten und stärken.

Die Reflexionen von Pfarrerin Susanne Leder machen deutlich, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Sprache nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern eine grundlegende ethische und zwischenmenschliche Herausforderung darstellt.

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