Pöbelei und Drohungen mit dem Schrubber: Angst im Haus der Senioren in Schwerin
Angst im Haus der Senioren: Pöbelei und Drohungen in Schwerin

Pöbelei und Drohungen mit dem Schrubber: Angst im Haus der Senioren in Schwerin

In einem Mehrfamilienhaus in der Lise-Meitner-Straße 15 in Schwerin leben vier Seniorinnen zwischen 62 und 88 Jahren, die statt eines ruhigen Lebensabends monatelangen Terror ertragen müssen. Die Frauen berichten von regelmäßigen Störungen durch eine hausfremde Besucherin, die andere Bewohner beleidigt, anpöbelt und sogar Drohungen ausspricht.

Feueralarme und nächtliche Eskalationen

Der Alarm schrillt durch das Haus, ein durchdringender Ton, der durch Beton und Flure schneidet. Es ist Heiligabend, kurz vor der Bescherung. Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen stehen vor dem Eingang, Blaulicht flackert an den Fenstern. Für Helga Bräunig, Bärbel Schrank, Birgit Piper und Christel Stremel ist dieser Moment längst keine Ausnahme mehr. Sie hören die Schritte im Treppenhaus, die Stimmen, das Klirren und wissen: Wieder ist etwas passiert.

Die Seniorinnen haben ein detailliertes Protokoll der Vorfälle geführt, das mehrere Seiten umfasst. Darin dokumentieren sie lautstarke Auseinandersetzungen, Beschimpfungen und ausgelöste Brandalarme. „Eine hausfremde Person klingelt nachts an den Türen, schreit im Treppenhaus und tritt gegen Wohnungstüren“, berichten sie. Augenscheinlich werde in der Wohnung einer älteren Frau in der zweiten Etage oft Alkohol getrunken, was zu den Eskalationen führe.

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Drohungen und Angst vor Handgreiflichkeiten

Die Situation eskalierte bis hin zu bedrohlichen Aussagen. „Diesen alten Weibern müsste man das Haus unter dem A…. abfackeln“, zitieren die Frauen aus den Beschimpfungen. Sie berichten von anhaltender Angst, Beleidigungen und der ständigen Sorge vor der nächsten Eskalation. Besonders beunruhigend sind Drohungen mit Haushaltsgegenständen wie Schrubbern oder Besen, die zu Handgreiflichkeiten führen könnten.

Polizei und Feuerwehr sind in der Lise-Meitner-Straße keine Unbekannten mehr. Pressesprecherin Juliane Zgonine bestätigt, dass die Beamten „seit einiger Zeit vermehrt in der Lise-Meitner-Straße 15 in Schwerin im Einsatz“ seien. In vielen Fällen wurde ein Verdacht auf Hausfriedensbruch aufgenommen, zudem gab es Hinweise auf Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Nothilfemitteln.

Vermieter sieht rechtliche Grenzen

Die betroffenen Mieterinnen fühlen sich von ihrer Wohnungsbaugenossenschaft, der Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft eG (SWG), allein gelassen. Gespräche, Telefonate und Beschwerden hätten wenig gebracht. Ein Schreiben vom 11. Dezember 2025 wies lediglich darauf hin, keine fremden Personen ins Haus zu lassen und im Zweifel die Polizei zu rufen. Bärbel Schrank hatte eine Mietminderung beantragt, die jedoch abgelehnt wurde.

Vorstandsmitglied Manuela Friedrich erklärt: „Jeder Mieter im Haus hat ein Recht auf Wohnen. In diesem Fall schöpfen wir alle rechtlichen Möglichkeiten aus.“ Aus datenschutzrechtlichen Gründen und wegen eines laufenden Verfahrens könne sie nicht mehr sagen, betont aber: „Uns liegt das Wohl der Mieter am Herzen.“

Festnahme nach Weihnachtsvorfall

Das vergangene Weihnachtsfest brachte einen weiteren Höhepunkt mit einem „Klingelstreich“ und Polizeieinsatz. Eine hausfremde Frau, die Anfang 40 sein soll, in einem Nachbarhaus wohnt und bereits polizeibekannt ist, wurde festgenommen. Danach kehrte für einige Stunden Ruhe ein, doch die Angst der Seniorinnen bleibt. Sie fordern endlich Sicherheit und ein Ende des Terrors, der ihren Alltag bestimmt.

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