Caritas stellt Jugendarbeit in Penzliner Kleinstadt ein – Suche nach Nachfolger läuft
Seit Beginn dieses Jahres herrscht Stille im Jugendklub Penzlin und bei der Mobilen Jugendarbeit im Penzliner Land. Der Wohlfahrtsverband Caritas hat seine Tätigkeit als Träger dieser wichtigen sozialen Einrichtungen Ende des vergangenen Jahres beendet. Bereits in der Dezember-Sitzung der Penzliner Stadtvertretung hatte Bürgermeister Sven Flechner, der parteilos ist, darauf hingewiesen, dass die Kommune aktiv nach einem neuen Träger Ausschau hält.
Stadt und Landkreis kooperieren bei der Trägersuche
Die Stadt Penzlin arbeitet eng mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zusammen, um eine tragfähige Lösung für die Zukunft der Jugendarbeit zu finden. Ein sogenanntes Interessebekundungsverfahren wurde vom Jugendamt bereits initiiert, wie Sven Flechner auf Nachfrage erläuterte. Interessierte freie Träger haben bis zum 1. März Zeit, sich bei der Stadt Penzlin zu melden. Gesucht wird explizit ein gemeinnütziger Träger der freien Jugendhilfe, der in Penzlin und seinen Ortsteilen Projekte im Bereich der Jugendsozialarbeit umsetzen kann.
Laut der offiziellen Ausschreibung zielt die Arbeit darauf ab, Jugendliche bei Alltagsproblemen und in Fragen der beruflichen Orientierung zu unterstützen. Der künftige Träger soll sich dabei strikt an den Bedürfnissen und Interessen der jungen Menschen orientieren. Das Angebot soll flexibel und mobil gestaltet sein, was bedeutet, dass die Fachkräfte zu den Jugendlichen hingehen. Darüber hinaus ist geplant, die Leistungen auch am Abend und an Wochenenden anzubieten, um eine möglichst breite Erreichbarkeit zu gewährleisten.
Räumliche und finanzielle Rahmenbedingungen sind geklärt
Die Stadt Penzlin stellt im Erdgeschoss des Bürgerzentrums in der Wilhelm-Scharf-Straße ein Büro, einen Gemeinschaftsraum von 50 Quadratmetern sowie eine Küche zur Verfügung. Für die mobile Jugendarbeit steht zudem ein Kleinbus mit acht Sitzplätzen bereit. Ergänzend können die Dorfgemeinschaftshäuser in den verschiedenen Ortsteilen genutzt werden.
Die Finanzierung der Personalkosten soll über Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds und des Landkreises erfolgen. Damit werden bereits 75 Prozent der Personalkosten abgedeckt, die verbleibenden 25 Prozent übernimmt die Stadt Penzlin. Auch die Kosten für die Jugendeinrichtung werden je zur Hälfte von der Stadt und dem Landkreis getragen. Nach Abschluss des Interessenbekundungsverfahrens will die Stadt die eingegangenen Bewerbungen auswerten und eine Entscheidung für einen neuen Träger treffen.
Finanzielle Gründe führten zum Ausstieg der Caritas
Die Caritas begründete die Beendigung des Projekts mit finanziellen Schwierigkeiten. Sprecher Achim Rizvani erklärte auf Nachfrage, dass die Finanzierung durch Landkreis und Stadt zwar rechnerisch aufgegangen sei, für einen tariflich zahlenden Träger wie die Caritas jedoch ein Defizit verblieb. Da der Wohlfahrtsverband nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch in Hamburg und Schleswig-Holstein mit Kürzungen und Streichungen zu kämpfen hat, fiel der Regionalleitung in Neubrandenburg die Entscheidung schwer, das Engagement in Penzlin einzustellen.
Eine Ausweitung des Angebots auf weitere Gemeinden im Amt Penzliner Land, wie Ankershagen oder Möllenhagen, ist zwar denkbar, steht aber zunächst nicht im Fokus. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Sicherstellung einer kontinuierlichen und bedarfsgerechten Jugendarbeit für die Jugendlichen in Penzlin und Umgebung.



