Spenden in Deutschland: Weniger Spender, aber höhere Beträge pro Person
Deutsche spenden weniger, aber höhere Beträge

Spendenverhalten in Deutschland: Weniger Menschen geben, aber höhere Beträge

Die Spendenbereitschaft der Deutschen hat im Jahr 2025 einen deutlichen Rückgang erfahren. Insgesamt flossen nur noch 4,6 Milliarden Euro in wohltätige Zwecke, was einem Minus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Anzahl der Spender: Lediglich 15,8 Millionen Bundesbürger griffen zum Portemonnaie, das sind 848.000 weniger als 2024 und entspricht nur noch 24 Prozent der Bevölkerung.

Durchschnittliche Spendenhöhe erreicht Rekordniveau

Trotz des Rückgangs bei der Gesamtzahl der Spender gibt es eine positive Entwicklung: Wer spendet, tut dies mit größerer Überzeugung und finanzieller Substanz. Die durchschnittliche Spendenhöhe pro Person stieg von 43 auf 46 Euro an und erreichte damit einen neuen Rekordwert. Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Spendenrates e.V., kommentierte diese Entwicklung: „Die Zahlen zeigen: Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist ungebrochen, aber sie verändert sich.“ In wirtschaftlich unsicheren Zeiten überlegen die Deutschen offenbar genauer, wem sie helfen wollen.

Dezember als Rekordmonat für Spenden

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Dezember 2025. In diesem Monat kamen insgesamt 1,124 Milliarden Euro zusammen, was einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Dezember 2024 entspricht. Fast ein Viertel der gesamten Jahressumme wurde somit im letzten Monat des Jahres gespendet. Diese Zahlen basieren auf einer Yougov-Umfrage, die im Auftrag des Deutschen Spendenrates durchgeführt wurde.

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Demografische Veränderungen beeinflussen Spendenverhalten

Die über 60-Jährigen bleiben weiterhin die tragende Säule des Spendenwesens in Deutschland und steuern 58 Prozent der Gesamtsumme bei. Allerdings ist auch hier ein Rückgang von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die schrumpfende Wiederaufbau-Generation (74+), deren Zahl um zehn Prozent abgenommen hat – das entspricht etwa einer Million Menschen weniger.

Positive Signale bei jüngeren Altersgruppen

Neben diesen Herausforderungen gibt es jedoch auch ermutigende Entwicklungen. Die 40–49-Jährigen gaben deutlich mehr als in den Vorjahren, und auch die 60–69-Jährigen erhöhten ihre Beiträge. Der Rückgang bei der Gesamtgruppe der über 60-Jährigen erklärt sich somit vor allem durch die abnehmende Zahl der über 74-Jährigen, während die jüngeren Senioren ihre Spendenbereitschaft sogar steigerten.

Diese gemischte Bilanz zeigt, dass sich das Spendenverhalten in Deutschland im Wandel befindet. Während weniger Menschen regelmäßig spenden, geben die verbleibenden Spender durchschnittlich höhere Beträge und zeigen damit eine vertiefte Engagementbereitschaft für wohltätige Zwecke.

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