Vom Lottomillionär zum Getränkehändler: Oliver Intemanns bewegende Lebensgeschichte
Vor drei Jahrzehnten erlebte Oliver Intemann aus Bremen den größten Glücksmoment seines Lebens, der sich später als schweres Schicksal entpuppen sollte. Der heute 59-Jährige gewann 1994 beim Lotto sensationelle 1,8 Millionen Mark, verlor jedoch innerhalb weniger Jahre sein gesamtes Vermögen und musste schließlich Privatinsolvenz anmelden.
Der Absturz nach dem großen Gewinn
„Seit ich 18 Jahre alt war, habe ich regelmäßig Lotto gespielt und immer gehofft, dass dieser große Gewinn irgendwann eintreten würde“, erinnert sich Intemann deutlich an die entscheidende Ziehung, die er damals im Fernsehen verfolgte. Der Bremer, der zuvor bei der Post gearbeitet hatte – ähnlich wie sein Vater – und mit seiner beruflichen Situation unzufrieden war, glaubte, das viele Geld würde alle seine Probleme lösen.
Doch die Realität gestaltete sich anders: Intemann investierte in teure Autos und Immobilien, unternahm luxuriöse Reisen und unterstützte verschiedene Geschäftsideen, die sich als nicht tragfähig erwiesen. Zudem verschenkte er beträchtliche Summen an Freunde und Bekannte. Innerhalb von nur zehn Jahren war das komplette Vermögen aufgebraucht.
Der Tiefpunkt und der schwierige Weg zurück
Der finanzielle Zusammenbruch zog weitere schwere Konsequenzen nach sich: Intemann musste Privatinsolvenz anmelden, durchlebte eine schmerzhafte Scheidung, erkrankte an Depressionen und landete schließlich in einer Notunterkunft. Sein einziger Lichtblick in dieser dunklen Zeit war seine Berner Sennenhündin, die ihm treu zur Seite stand.
„Der ganze Konsum, dieser ganze Firlefanz hat mich nicht glücklich gemacht“, resümiert Intemann heute mit der Weisheit der Erfahrung. „Immer, wenn ich etwas erreicht hatte, ist es mir mit Karacho um die Ohren geflogen. Ich bin froh, dass ich nicht mehr dem Geld hinterherjagen muss.“
Der bescheidene Neuanfang
Heute, zwanzig Jahre nach seinem tiefsten Fall, hat Intemann einen bemerkenswerten Neustart geschafft. Er arbeitet in einem Getränkemarkt, wo er monatlich etwa 1.800 Euro netto verdient – ein Betrag, von dem er bewusst kaum etwas ausgibt. Kürzlich gönnte er sich lediglich ein neues Fahrrad, ansonsten lebt er bescheiden in einer Wohngemeinschaft zur Miete.
Das Wichtigste für ihn ist jedoch die gewonnene Zufriedenheit: „Mein Leben ist jetzt ruhiger und besser geworden. Ich habe keine materiellen Wünsche mehr und bin mit meiner Situation wirklich zufrieden.“
Ein verändertes Verhältnis zum Glücksspiel
Interessanterweise spielt Intemann selbst kein Lotto mehr – jedenfalls nicht für sich persönlich. „Das wäre mir viel zu aufregend“, erklärt der Bremer. Stattdessen übernimmt er die Lotteriezettel für seine Mutter, die in einem Seniorenheim lebt. Sollte sie tatsächlich gewinnen, würde er einen Anteil erhalten, den er auch annehmen würde. Für sich selbst wünscht er sich jedoch keine weiteren großen Geldsummen mehr.
Die Geschichte von Oliver Intemann zeigt eindrucksvoll, wie ein plötzlicher Reichtum das Leben komplett verändern kann – und wie wichtig ein bescheidener, ausgeglichener Lebensstil für dauerhaftes Glück sein kann.



