First Lady besucht Baustelle für neue Tee- und Wärmestube in Neukölln
Die Ehefrau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, hat am Dienstag den Berliner Bezirk Neukölln besucht. Im Schillerkiez informierte sie sich über den Bau einer neuen Tee- und Wärmestube für obdachlose und von Armut betroffene Menschen. Bei der Grundsteinlegung betonte Büdenbender die Bedeutung solcher Einrichtungen für Menschen ohne festen Wohnsitz.
Ein Ort der Unterstützung seit über 40 Jahren
„In Berlin wird viel gebaut: Wohnungen entstehen, neue Quartiere, Büros und Infrastruktur“, sagte die First Lady. Das sei wichtig für eine wachsende Metropole. Doch bei all den Bauvorhaben stelle sich auch die entscheidende Frage: „Für wen wird eigentlich gebaut?“ Bei diesem Projekt werde diese Frage klar beantwortet. „Die Tee- und Wärmestube im Schillerkiez ist seit mehr als 40 Jahren ein Ort, an dem Menschen Unterstützung finden, die oft wenig Sicherheit in ihrem Alltag haben“, erklärte Büdenbender.
Die Möglichkeit, sich aufzuwärmen, zu waschen oder einfach einen Moment auszuruhen, klinge für viele selbstverständlich. Für Menschen ohne festen Wohnsitz sei jedoch vieles, was anderen leichtfalle, sehr kompliziert und anstrengend. Wer keine Wohnung habe, habe auch keinen festen Ort für Post, persönliche Dinge oder Rückzugsmöglichkeiten. Der Alltag werde zu einer dauerhaften Improvisation. „Deshalb sind Orte wie dieser so wichtig“, betonte die Frau des Bundespräsidenten.
Neubau nach Auslaufen des Mietvertrags
Der Evangelische Kirchenkreis Neukölln teilte mit, dass der Mietvertrag für die bisherigen Räume in der Weisestraße nicht verlängert worden sei. Aus diesem Grund entstehe nun auf einem kirchlichen Gelände ein kompletter Neubau. Die Fertigstellung ist bis Ende 2027 geplant. Das Bauprojekt mit einem Volumen von 5,3 Millionen Euro wird vom Kirchenkreis finanziert und unter anderem von der Lottostiftung unterstützt.
In der Tee- und Wärmestube finden Menschen, die von Armut oder Obdachlosigkeit betroffen sind:
- Warme Mahlzeiten
- Waschmöglichkeiten
- Eine Kleiderkammer
- Professionelle Beratungsangebote
Der Neubau soll zudem 16 Einzelappartements umfassen, in denen Betroffene zunächst unterkommen können, bis sie eine langfristige Wohnlösung finden. Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) bezeichnete das Vorhaben als „Leuchtturmprojekt in der Stadt“.
Mehr als nur ein Gebäude
Elke Büdenbender sprach von einem wichtigen Schritt für die soziale Infrastruktur. Wer längere Zeit ohne festen Wohnort gelebt habe, benötige Stabilität und Zeit, um zur Ruhe zu kommen, sich neu zu orientieren und wieder Vertrauen in sich selbst zu gewinnen. „Ein Gebäude allein verändert natürlich nicht die Welt“, räumte sie ein. Doch durch das Engagement der Menschen, die sich in der Einrichtung für andere einsetzen, könne es zu einem Ort werden, „an dem ein Leben in Würde und Selbstbestimmung wieder beginne“.
Der Besuch der First Lady unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz solcher sozialen Projekte in urbanen Räumen. Die neue Tee- und Wärmestube im Schillerkiez soll nicht nur akute Not lindern, sondern auch Perspektiven für einen Neuanfang bieten.



