Frikadellen für Freddy: Imbiss sammelt 2400 Euro für motorisierten Rollstuhl
Imbiss sammelt 2400 Euro für Rollstuhl von Busfahrer Freddy

Herzerwärmende Spendenaktion im Ruhrgebiet

In Bochum hat eine außergewöhnliche Spendenaktion für Furore gesorgt. Zehn Monate nach der endgültigen Schließung öffnete der legendäre Imbisswagen von Uwe Gambalat noch ein letztes Mal seine Türen – mit einem ganz besonderen Zweck. Der Verkaufserlös der berühmten Frikadellen-Brötchen sollte dem erkrankten Busfahrer Freddy Külpmann zugutekommen, der dringend einen motorisierten Rollstuhl benötigt.

Die bewegende Geschichte hinter den Frikadellen

Freddy Külpmann (65) aus Witten war im vergangenen Jahr durch ein emotionales Interview bekannt geworden, als er über die Schließung seines Lieblingsimbisses sprach. Mit stockender Stimme hatte der Busfahrer damals gesagt: „Wenn die weg sind, sieht es schwer aus.“ Das Video verbreitete sich rasend schnell im Netz und machte den sympathischen Ruhrgebietsbewohner überregional bekannt.

Was jedoch weniger bekannt war: Külpmann leidet an einer tückischen Nervenerkrankung, der sogenannten hereditären spastischen Paraparese (HSP). „Die Beine gehören nicht mehr dir. Gerade wenn es kalt ist, knicken sie nach ein paar Hundert Metern einfach weg“, beschreibt Freddy seine Situation. Die unheilbare Krankheit schreitet schnell voran und macht längere Spaziergänge mit Freundin Nicole Doberstein (55) und den drei Hunden nahezu unmöglich.

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Die teure Anschaffung eines motorisierten Rollstuhls

Aus diesem Grund startete Külpmann einen Spendenaufruf im Internet. Der spezielle motorisierte Rollstuhl, ein sogenannter „Scuddy“, kostet etwa 7000 Euro. Die Krankenkasse übernimmt jedoch lediglich 2000 Euro dieser Summe. „Das ist mir nicht leicht gefallen. Ich wollte nicht betteln. Aber ich wusste nicht, wie ich das teure Hilfsmittel anders finanzieren kann“, erklärt der 65-Jährige seine schwierige Entscheidung.

Der Imbisskönig kehrt zurück

Uwe Gambalat (64), der ehemalige „Frikadellen-König“, erfuhr von dem Spendenaufruf und beschloss sofort zu handeln. Gemeinsam mit seiner Frau Heike (54) heizte er noch ein letztes Mal die Pfannen an. „Für uns war sofort klar, da müssen wir helfen. Freddy war immerhin neun Jahre unser treuer Kunde“, betont Gambalat die Motivation hinter der Aktion.

Am Freitagmorgen kehrte der Imbisswagen an seinen angestammten Platz zurück. Bereits um 10 Uhr bildete sich eine lange Schlange in der charakteristischen Fett-Aromawolke. Ganz vorne stand Freddy Külpmann mit seinem Rollator und genoss sichtlich den Moment. „Dat ist wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern an einem Tag. Der absolute Wahnsinn“, schwärmte er beim ersten Biss in die fleischige Frikadelle.

Erfolgreicher Verkauf bringt 2400 Euro

Innerhalb von weniger als zwei Stunden waren alle 400 Frikadellen-Brötchen verkauft. In der Kasse landeten stolze 2400 Euro. Zusammen mit Freddys Erspartem ist die Anschaffung des dringend benötigten motorisierten Rollstuhls nun gesichert. „Wenn Geld überbleibt, geht es ans Tierheim“, verspricht Külpmann großzügig.

Die herzergreifende Geschichte zeigt einmal mehr die Solidarität und den Zusammenhalt im Ruhrgebiet. Was als Abschied von einem legendären Imbiss begann, entwickelte sich zu einer bewegenden Hilfsaktion, die einem Mann in Not neue Mobilität und Lebensqualität schenken wird.

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