Kita-Finanzierung in Templin: Verhandlungen über Betriebskosten gehen weiter
Im brandenburgischen Templin setzen sich die Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und dem Jugend- und Sozialwerk Oranienburg über die Finanzierung der Betriebskosten für drei Kindertagesstätten fort. Beide Seiten zeigen sich bemüht, den bestehenden Konflikt zu lösen, wie Templins Bürgermeister Christian Hartphiel (SPD) im Hauptausschuss mitteilte. Die Stadtverordneten sollen voraussichtlich im April eine endgültige Entscheidung treffen.
Nächste Gespräche im März geplant
Für März ist ein weiteres Treffen zwischen der Stadt Templin und dem Jugend- und Sozialwerk Oranienburg als Träger der drei Einrichtungen vorgesehen. Dabei soll ein Betriebsüberlassungsvertrag für das Jahr 2026 ausgehandelt werden. Das JuS hatte zuvor in Erwägung gezogen, den Kita-Betrieb zum 30. September 2026 aufzugeben, falls keine Einigung erzielt wird. Grund dafür ist der anhaltende Konflikt um die Finanzierung der Betriebskosten.
Renate Ulbricht, Geschäftsführerin des Jugend- und Sozialwerkes Oranienburg, betonte jedoch, dass man den Standort Templin nicht aufgeben wolle. Das JuS betreibt die Kitas „Egelpfuhlfrösche“, „Spatzennest“ und „Käthe Kollwitz“ mit insgesamt 55 Mitarbeitern, die etwa 400 Kinder betreuen. Für den Fortbestand dieser Einrichtungen sei eine Anpassung des finanziellen Rahmens im Betriebsüberlassungsvertrag unerlässlich.
Zeitdruck und mögliche Lösungen
Die Geschäftsführerin machte deutlich, dass bereits im ersten Quartal 2026 eine Entscheidung über eine vorübergehende Lösung für die Vertragsgestaltung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2026 benötigt werde. Ab dem 1. Januar 2027 müsse aufgrund der Novellierung des Kita-Gesetzes erneut über den Vertrag verhandelt werden.
Bürgermeister Hartphiel geht davon aus, dass nach dem Treffen im März, an dem auch Vertreter des Landkreises Uckermark teilnehmen werden, die Grundzüge des Vertrags feststehen könnten. Anschließend sollen Beschlussvorlagen für die Fachausschüsse erstellt werden, damit die Stadtverordneten im April darüber abstimmen können.
Christian Bork, Fraktionsvorsitzender der AfD, äußerte Bedenken, dass dieser Zeitpunkt möglicherweise zu spät sei. Es habe Gerüchte über Kündigungen von Erziehern gegeben, falls das JuS erst im April Klarheit erhalte. Der Bürgermeister entgegnete, dass bisher keine Kündigungen ausgesprochen worden seien. Aus arbeitsrechtlichen Gründen habe das JuS vorsorglich Gespräche mit dem Personal in den Kitas geführt.
Stadt bereit zur Übernahme der Kitas
Sollte es zu keiner Einigung zwischen Träger und Stadt kommen, bedeute dies nicht automatisch die Schließung der Kitas. Der Landkreis Uckermark sei verpflichtet, die Kita-Betreuung abzusichern, und müsste in einem solchen Fall einen neuen Träger finden. Die Stadt Templin erklärte sich bereit, die Einrichtungen im Notfall selbst zu übernehmen.
Zum Thema Kita-Finanzierung teilte Bürgermeister Hartphiel mit, dass im vergangenen Jahr in Templin insgesamt 65 Kinder angemeldet wurden. Die Prognose liege bei 75 bis 80 Mädchen und Jungen. Sollte diese Entwicklung anhalten, müsse künftig über die Bündelung von Kita-Standorten nachgedacht werden. In Bezug auf den geplanten Neubau der Kindertagesstätte in Storkow kündigte der Bürgermeister eine Beschlussvorlage vor der Sommerpause 2026 an.



