Kita-Schließung in Luckow: Personalmangel und sinkende Kinderzahlen zwingen Johanniter zum Rückzug
Kita-Schließung in Luckow: Johanniter geben Einrichtung auf

Kita-Schließung in Luckow: Personalmangel und sinkende Kinderzahlen zwingen Johanniter zum Rückzug

Die Johanniter werden ihre Kindertagesstätte Pustewind in Luckow bei Eggesin Ende März 2026 schließen. Diese Entscheidung bestätigte der große christliche Träger im deutschen Gesundheits- und Sozialwesen auf Nachfrage des Nordkurier. Matthias Riek, Mitglied der Regionalleitung Mecklenburg-Vorpommern, erklärte, dass die angespannte Lage mit zu wenigen Erziehern und einem deutlichen Rückgang der zu betreuenden Kinder keine andere Möglichkeit lasse.

Dramatische Situation in der Einrichtung

Aktuell werden in der Kita Pustewind nur noch ein Krippenkind und vier Kindergartenkinder betreut. Nach Schulschluss kommen zwar zehn Hortkinder hinzu, doch schon jetzt steht fest, dass drei Kinder die Einrichtung im Sommer regulär verlassen werden. In dieser Woche gingen zudem zwei weitere Kündigungen von Betreuungsverträgen ein. Ein Rückgang der Kinderzahlen sei überall im Land zu verzeichnen, betonten die Johanniter.

Der Personalmangel verschärft die Situation zusätzlich. Bereits Ende Dezember haben Mitarbeitende gekündigt, wodurch sich die personelle Situation unter den einst vier Beschäftigten mit unterschiedlichen Wochenarbeitszeiten deutlich verschlechtert hat. Trotz intensiver Bemühungen sei es bislang nicht gelungen, ausreichend pädagogisches Personal zu gewinnen.

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Gemeinde überrascht und enttäuscht

Luckows Bürgermeister Fabian Schöne zeigte sich von der Schließungsankündigung sehr überrascht. In früheren Gesprächen mit der Gemeinde habe der Träger suggeriert, dass es nur um einen vorübergehenden Personalmangel gehe und der Kita-Betrieb aufrechterhalten werden könne. „Die Entscheidung ist uns definitiv nicht leicht gefallen“, betonte dagegen Matthias Riek von den Johannitern.

Für die Gemeinde stellt die angekündigte Schließung einen harten Schlag dar. Eine Kita sei ein wichtiger Faktor, damit junge Leute oder Familien ins Dorf ziehen, erklärte Bürgermeister Schöne. Deswegen habe die Gemeinde bereits Pläne für einen Kita-Neubau ähnlich wie in Altwarp geschmiedet.

Kommunikation und Alternativen

Die Johanniter wiesen Aussagen zurück, dass Eltern und die Gemeinde unzureichend einbezogen und zu spät informiert worden seien. Seit September 2025 befinde sich der Träger im Austausch mit dem pädagogischen Team über die zukünftige konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung. Seit November bestehe ein regelmäßiger Austausch mit dem Elternrat.

Nachdem sich die Situation Ende Dezember weiter zugespitzt hatte, wurden die Gespräche intensiviert. Seither finden wöchentliche Abstimmungen mit:

  • dem Elternrat
  • den Mitarbeitern
  • dem Landkreis Vorpommern-Greifswald
  • der Gemeinde Luckow
  • der stellvertretenden Bürgermeisterin und dem Bürgermeister

Den Eltern wurden Betreuungsplätze in der Johanniter-Kita in Meiersberg angeboten, und auch den Erziehern würden Beschäftigungsmöglichkeiten in umliegenden Kitas der Johanniter unterbreitet. Einige Eltern sind dankbar über das Angebot der Altwarper Kita, die Kinder aufzunehmen.

Zukunft der Kinderbetreuung in Luckow

Bürgermeister Fabian Schöne kündigte an, mit den Gemeindevertretern alles zu versuchen, damit es weiterhin einen Kindergarten im Dorf gibt. Er wolle bei anderen Trägern anfragen und schließt auch nicht aus, dass der Kindergarten wieder von der Gemeinde betrieben wird, wenn das darstellbar sei. Fraglich sei für ihn jedoch, ob die Eltern mit ihren Kindern zurückkehren würden. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf“, betonte der Bürgermeister.

Die Johanniter betreiben insgesamt 23 Kindergärten in Mecklenburg-Vorpommern. Bald wird es eine Einrichtung weniger sein, doch der Träger betonte, die Entscheidung sei notwendig, um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sowie die Qualität der Betreuung sicherzustellen.

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