Erfolgsautor Martin Suter: Warum das allgemeine Duzen einen wichtigen Schritt der Annäherung raubt
Der renommierte Schweizer Schriftsteller Martin Suter, der in diesem Jahr 77 Jahre alt wird, setzt sich bewusst von modernen gesellschaftlichen Trends ab. In einem exklusiven Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur äußerte der Bestsellerautor deutliche Kritik an der zunehmenden Verbreitung des allgemeinen Duzens in verschiedenen Lebensbereichen.
Das Du als besondere Geste der Wertschätzung
Martin Suter betont, dass die traditionelle Unterscheidung zwischen formellem „Sie“ und vertrautem „Du“ eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfülle. „Das allgemeine Duzen beraubt einen der Möglichkeit, sich einen Schritt näherzukommen“, erklärt der Autor mit Nachdruck. „Wenn man zunächst das formelle Sie verwendet und später zum vertrauten Du übergeht, schafft das eine besondere Dynamik in zwischenmenschlichen Beziehungen.“
Für Suter stellt das sofortige Duzen eine Entwertung dieser besonderen Geste dar. „Sofort Du zu sagen, das entwertet das Du ja völlig. Dann ist es nichts Besonderes mehr“, führt der Schriftsteller aus. Diese Haltung mag manchen als altmodisch erscheinen, doch Suter steht bewusst zu seinen Überzeugungen.
Äußeres Erscheinungsbild als Ausdruck von Respekt
Neben seiner Haltung zur Anrede legt der erfolgreiche Autor großen Wert auf sein äußeres Erscheinungsbild. Martin Suter tritt grundsätzlich im Anzug auf, was er als bewusste Entscheidung erklärt. „Ein gepflegtes Aussehen drückt dem Gegenüber Wertschätzung aus“, erläutert der Autor. Diese Einstellung spiegelt sich in seinem gesamten Auftreten wider und unterstreicht seine Überzeugung, dass bestimmte gesellschaftliche Gepflogenheiten ihren berechtigten Platz haben.
Neues literarisches Werk erscheint Ende Februar
Parallel zu seinen gesellschaftlichen Betrachtungen bereitet Martin Suter die Veröffentlichung eines neuen Werkes vor. Am 25. Februar 2026 erscheint sein Sammelband mit kurzen Texten unter dem Titel „Können Sie mich sehen? Die Business Class im Homeoffice“. In diesem Werk widmet sich der Autor den Marotten und Eigenheiten von Managern in der modernen Arbeitswelt.
Besonders interessant ist die Veröffentlichungsgeschichte dieser Texte: Bislang waren sie ausschließlich hinter einer Bezahlschranke auf der persönlichen Webseite des Autors verfügbar und damit einem exklusiven Leserkreis vorbehalten. Mit der Buchveröffentlichung werden diese pointierten Beobachtungen nun einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.
Martin Suters konsequente Haltung zu gesellschaftlichen Umgangsformen und sein bewusst traditionelles Auftreten machen ihn zu einer bemerkenswerten Stimme in einer Zeit, in der informelle Kommunikationsformen zunehmend dominieren. Der Autor bleibt damit seinem Stil treu, der ihn zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller der Gegenwart gemacht hat.



