Neubrandenburgs Notunterkunft bietet Schutz vor Winterkälte für Obdachlose
Neubrandenburg: Notunterkunft schützt Obdachlose vor Kälte

Neubrandenburgs Notunterkunft bietet Schutz vor Winterkälte für Obdachlose

In den kalten Wintermonaten haben obdachlose Menschen es besonders schwer. Doch in Neubrandenburg muss niemand auf der Straße übernachten. Die städtische Obdachlosenunterkunft in der Eichhorster Straße bietet aktuell noch freie Kapazitäten für Menschen ohne festen Wohnsitz.

Aktuelle Belegung und verfügbare Plätze

Derzeit haben 20 Personen in dem Flachbau Quartier bezogen, wie Rathaus-Sprecherin Anja Seugling mitteilte. Davon nutzen zehn Bewohner die Einrichtung lediglich als Übernachtungsstätte, während weitere zehn feste Wohnbereiche bewohnen. Insgesamt stehen noch vier Übernachtungsplätze und zwei Wohneinheiten zur Verfügung, was bedeutet, dass die Kapazität der kostenlosen Bleibe nicht voll ausgeschöpft ist.

Alle aktuellen Bewohner sind nach Auskunft von Oberbürgermeister Nico Klose älter als 18 Jahre, wobei drei von ihnen jünger als 28 sind. Die Unterkunft wurde im Jahr 2023 neu errichtet und befindet sich im Besitz eines Investors, während die Stadt das Gebäude anmietet.

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Statistische Entwicklung der Obdachlosigkeit

Die Zahl der Menschen ohne eigenes Dach über dem Kopf in Neubrandenburg unterliegt starken Schwankungen. Laut städtischer Statistik nutzten im vergangenen Jahr insgesamt 58 Personen die Notunterkunft. Im Jahr 2024 waren es 39, 2023 belief sich die Zahl auf 55, während 2022 mit 69 und 2021 mit 61 Fällen die höchsten Werte verzeichnet wurden.

Die Einrichtung verzeichnet eine stete Fluktuation. Im Jahr 2025 wurden 42 obdachlose Menschen neu aufgenommen, 2024 waren es 25, 2023 wurden 38 Personen aufgenommen. In den Jahren 2022 und 2021 lagen die Neuaufnahmen bei 53 beziehungsweise 43 Personen.

Besorgnis über obdachlose Jugendliche

Mit Beginn des Wintereinbruchs hatte sich Ratsherr Harry Hahn speziell um obdachlose Minderjährige Sorgen gemacht. Ihm waren Medienberichte zu Ohren gekommen, wonach in Deutschland mehr als 145.000 Kinder und Jugendliche kein festes Zuhause haben. „Die Zahlen sollen drastisch steigen. Das fand ich erschreckend“, erklärte Hahn und stellte eine entsprechende Anfrage an das Rathaus.

Oberbürgermeister Nico Klose entgegnete darauf: „In dem Zusammenhang sind besondere Probleme oder Schwerpunkte in Neubrandenburg nicht bekannt“. Sollte dennoch ein unter 18-Jähriger in eine solche Situation geraten, stehe die Jugendhilfe des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte zur Verfügung.

Anlaufstellen und Unterstützungsangebote

Der Arbeiter-Samariter-Bund Mecklenburgische Seenplatte bietet mit dem Projekt „Home“ spezielle Unterstützung an. Unter dem Motto „Mein Zuhause, mein Rückzugsort – viele Umstände können Ihre Wohnung gefährden“ hilft die ASB-Fachstelle in der Sponholzer Straße 18 c anonym, rechtzeitig und einfach zugänglich.

Als Ansprechpartner stehen Justin Schultz und Isabel Creutzburg zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an Menschen, deren Wohnsituation gefährdet ist, und bietet präventive Unterstützung.

Kapazitätsplanung und alternative Lösungen

Bei der Planung des neuen Obdachlosenheims hatte es innerhalb der Stadtvertretung zunächst Zweifel an der Größe des Objekts gegeben. Mit dem Umzug von der Sponholzer in die Eichhorster Straße wurde die Anzahl der Plätze von 46 auf 26 reduziert.

Bislang hat sich die Kapazität als ausreichend erwiesen. Für den Fall, dass der Platz tatsächlich nicht reichen sollte, hat das Rathaus bereits eine alternative Lösung parat: Es besteht die Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum in Abstimmung mit den Großvermietern Neubrandenburgs anzumieten.

Die Stadt Neubrandenburg zeigt sich damit für verschiedene Szenarien gewappnet und stellt sicher, dass auch in extremen Situationen niemand ohne Schutz vor Kälte bleiben muss.

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