Rentenalter steigt weiter: Millionen Babyboomer müssen länger arbeiten
Rentenalter steigt: Millionen müssen länger arbeiten (02.03.2026)

Rentenalter steigt weiter: Millionen Babyboomer müssen länger arbeiten

In Deutschland setzt sich die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters fort. Diese politische Maßnahme betrifft insbesondere die sogenannte Babyboomer-Generation, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand wechseln möchte. Die Regelung wird auch im Jahr 2026 weiter umgesetzt und hat erhebliche Auswirkungen auf Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Umfrage zeigt: Große Mehrheit fordert Rentenreform

Eine Ende Dezember 2025 veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Funke Mediengruppe ergab, dass 82 Prozent der Deutschen eine grundlegende Reform der gesetzlichen Rente fordern. Die Meinungsforscher hatten zwischen dem 16. und 22. Dezember 5000 Bürgerinnen und Bürger in Deutschland befragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Altersvorsorge ein zentrales Thema für die Bevölkerung bleibt.

Experten warnen seit längerem vor den finanziellen Herausforderungen für die Rentenkasse. Durch immer mehr Rentenbezieher bei gleichzeitig sinkender Zahl von Beitragszahlern drohen die Kosten auszuufern. Diese Entwicklung stellt die Politik vor erhebliche Bewährungsproben.

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Konkrete Regelungen zum Renteneintrittsalter

Laut Deutscher Rentenversicherung wird die reguläre Altersgrenze für die Regelaltersrente bis 2031 schrittweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer künftig erst mit 67 Jahren in den Ruhestand gehen können. Diese Anpassung erfolgt in kleinen Schritten:

  • Der Jahrgang 1960 kann im Juni 2026 in Rente gehen
  • Der Jahrgang 1961 erreicht seine reguläre Altersgrenze mit 66 Jahren und sechs Monaten
  • Für den Jahrgang 1962 gilt ein Renteneintrittsalter von 66 Jahren und acht Monaten
  • Der Jahrgang 1963 muss bis 66 Jahre und zehn Monate arbeiten
  • Ab dem Jahrgang 1964 gilt schließlich die volle Altersgrenze von 67 Jahren

Zur Einordnung: Laut Statistischem Bundesamt wurden zwischen 1961 und 1964 jeweils zwischen 1,31 und 1,35 Millionen Menschen geboren. Diese Jahrgänge sind nun von den neuen Regelungen betroffen.

Politische Debatte und Expertenforderungen

Der Deutsche Bundestag hatte Anfang Dezember das Rentengesetz der schwarz-roten Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz mit absoluter Mehrheit beschlossen. Die wichtigste Botschaft des Gesetzes ist die Festlegung, dass das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent gehalten werden soll. Diese Prozentzahl beschreibt das Verhältnis der Rente zum Durchschnittsverdienst der Beitragszahler.

Doch die Diskussion um die Zukunft der Rente geht weiter. Der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen forderte jüngst im Gespräch mit dem Focus: „Die Rente mit 70 ist längst überfällig. Hätten wir Anfang der Neunzigerjahre – wie in Skandinavien – das Rentenzugangsalter an die Lebenserwartung gekoppelt, lägen wir heute bereits bei 69 Jahren und würden auf die 70 zusteuern.“

Die schwarz-rote Koalition steht unter erheblichem Druck, eine nachhaltige Lösung für die Rentenfinanzierung zu finden. Während das aktuelle Gesetz das Rentenniveau stabilisiert, bleiben die langfristigen Herausforderungen durch demografische Veränderungen bestehen. Die Debatte über die Zukunft der Altersvorsorge wird daher auch in den kommenden Jahren ein zentrales politisches Thema bleiben.

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