Sachsen-Anhalt verzeichnet zweithöchste Armutsgefährdung in Deutschland
In Sachsen-Anhalt sind mehr Menschen von Armut bedroht als in den meisten anderen Bundesländern. Die aktuellen Zahlen zeigen eine besorgniserregende Entwicklung im ostdeutschen Bundesland.
Alarmierende Statistik: Jeder Fünfte betroffen
Die Armutsgefährdungsquote in Sachsen-Anhalt lag im vergangenen Jahr bei 21,5 Prozent. Das bedeutet, dass etwa jeder fünfte Mensch im Bundesland als armutsgefährdet gilt. Diese Daten gehen aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Monika Hohmann hervor.
Nur Bremen weist mit 26,7 Prozent eine noch höhere Quote auf, was Sachsen-Anhalt zum Bundesland mit der zweithöchsten Armutsgefährdung in ganz Deutschland macht.
Politische Reaktionen und Forderungen
Die Linke reagiert mit scharfer Kritik auf die Zahlen. „Viel zu viele Kinder und Jugendliche in Sachsen-Anhalt müssen in Armut aufwachsen. Diese Armut ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer verfehlten Politik“, erklärt Linken-Fraktionschefin Eva von Angern.
Die Partei fordert konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut:
- Einen Armutsgipfel unter Leitung des Ministerpräsidenten
- Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro
- Eine nach Kindesalter gestaffelte Kindergrundsicherung von mindestens 520 Euro
- Kostenfreies Mittagessen in Kitas und Schulen
- Eine solidarische Mindestrente von 1.400 Euro
„Die Lösungen gegen die wachsende Armut liegen seit Jahren auf dem Tisch und müssen jetzt angegangen werden“, betont von Angern.
Definition und Hintergrund
Als armutsgefährdet gelten Menschen, denen weniger als 60 Prozent des mittleren durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung stehen. Diese Definition verdeutlicht, dass es sich nicht nur um absolute Armut handelt, sondern um eine relative Benachteiligung im Vergleich zum gesellschaftlichen Durchschnitt.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen die dringende Notwendigkeit für sozialpolitische Maßnahmen in Sachsen-Anhalt. Die Diskussion um Armutsbekämpfung gewinnt angesichts dieser Statistiken weiter an Bedeutung und Dringlichkeit.



