Tödliche Badeunfälle: Junge Männer besonders gefährdet - DLRG warnt vor Selbstüberschätzung
Tödliche Badeunfälle: Junge Männer besonders gefährdet

Tödliche Badeunfälle: Junge Männer in besonderer Gefahr

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat ihre aktuellen Zahlen zu tödlichen Badeunfällen veröffentlicht. Im vergangenen Jahr starben bundesweit 393 Menschen beim Baden und Schwimmen – das sind 18 weniger als im Vorjahr. Doch hinter dieser insgesamt positiven Entwicklung verbirgt sich eine alarmierende Tendenz: Vor allem junge Männer zwischen 11 und 30 Jahren sind zunehmend gefährdet.

Besorgniserregender Anstieg bei jungen Menschen

Während die Gesamtzahl der tödlichen Badeunfälle sank, stieg die Zahl der Opfer in den jüngeren Altersgruppen deutlich an. Sowohl bei den 11- bis 20-Jährigen als auch bei den 21- bis 30-Jährigen gab es jeweils elf Todesfälle mehr als im Vorjahr. Insgesamt starben 73 Menschen in diesem Alter – 2024 waren es noch 51. Besonders auffällig: Nur eine Person unter diesen 73 Opfern war weiblich, wie DLRG-Präsidentin Ute Vogt betonte.

„Das ist besorgniserregend und setzt sich hoffentlich in diesem Jahr so nicht fort“, kommentierte Vogt die Entwicklung. Als Hauptgründe nannte sie Übermut, Selbstüberschätzung und Alkoholkonsum unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern. Insgesamt waren 2025 vier Fünftel (82 Prozent) aller Badetoten männlich – ein klares geschlechtsspezifisches Muster.

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Juni als gefährlichster Monat

Die meisten tödlichen Badeunfälle ereigneten sich im Juni mit 69 Fällen – 17 mehr als im Vorjahresmonat. „Wäre es in der folgenden Hauptferienzeit weiterhin so sonnig und heiß geblieben, hätten wir wohl erneut einen Anstieg der Opferzahl vermelden müssen“, erklärte Vogt. Besonders dramatisch war ein einzelnes Wochenende im Juni, an dem 15 Menschen beim Baden und Schwimmen starben. Die DLRG bezeichnete dies als „das tödlichste Wochenende in diesem Jahr und eines der tödlichsten der letzten zehn Jahre“.

Nach dem heißen Juni ließ die Zahl der Unglücke im verregneten Juli deutlich nach: Damals starben 52 Menschen im Wasser, während es im Juli 2024 noch 66 waren. Im August ertranken schließlich 65 Personen. Über die Hälfte aller tödlichen Unfälle entfiel auf die Badesaison von Anfang Mai bis Ende August.

Positive Entwicklung bei älteren Menschen und Kindern

Während junge Männer stärker gefährdet sind, ging die Zahl der tödlichen Badeunfälle bei älteren Menschen deutlich zurück. Bei den über 80-Jährigen waren es 40 Todesopfer – ein Jahr zuvor zählte die DLRG noch 51. Auch bei den 71- bis 80-Jährigen sank die Zahl von 65 auf 51 Fälle.

Bei Kindern bis zehn Jahre starben 13 Kinder bei Badeunfällen – eines weniger als im Vorjahr. Der Durchschnitt der letzten 25 Jahre liegt allerdings bei 29 tödlich verunglückten Kindern pro Jahr. Die DLRG weist darauf hin, dass neben den tödlichen Unfällen auch viele Fälle von Ertrinken hinzukommen, die nicht tödlich enden, aber lebenslange Folgen für die Opfer haben.

Schwimmfähigkeit als zentrales Problem

Ein grundlegendes Problem sieht die DLRG in der mangelnden Schwimmfähigkeit vieler Kinder. „Mehr als jedes zweite Kind nach der Grundschule kann nicht sicher schwimmen“, warnte Vogt. Als Hauptgrund nennt die Organisation fehlende Bäder für den Schwimmunterricht. Die DLRG fordert seit langem flächendeckenden Schwimmunterricht in den Schulen: „Unsere Kinder können mehrheitlich nicht sicher schwimmen, wenn sie die Grundschule verlassen. Sie stehen fortan immer weniger unter Beobachtung der Eltern und sind ein Leben lang gefährdeter am und im Wasser.“

„Wir benötigen sicher noch mehr Aufklärung“, betonte die DLRG-Präsidentin. Vor allem Menschen, die nicht sicher schwimmen könnten, müssten für Gefahren sensibilisiert werden. Auch Angler auf Booten, Paddler oder Segler seien „leider noch allzu oft unbedarft, was ihre eigene Sicherheit betrifft“.

Gefährliche Gewässer und regionale Unterschiede

Besonders riskant sind nach DLRG-Erkenntnissen Seen, Teiche und Flüsse. Dort ereigneten sich die mit Abstand meisten tödlichen Badeunfälle: In Seen und Teichen wurden 158 Todesfälle registriert, in Flüssen und Bächen 153. In Nord- und Ostsee starben im vergangenen Jahr 22 Menschen – acht weniger als im Vorjahr. An den Küsten waren während der Badesaison mehr als 6000 Rettungsschwimmer im Einsatz.

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Regional starben die meisten Menschen bei Badeunfällen in Bayern mit 84 Toten – ein Anstieg von 14 gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz zwei landete Nordrhein-Westfalen mit 48 Badetoten, gefolgt von Niedersachsen mit 47 Opfern. Die DLRG als weltweit größte freiwillige Wasserrettungsorganisation mit über 640.000 Mitgliedern rettet jährlich im Durchschnitt fast 1.000 Menschen das Leben – doch die Präventionsarbeit muss intensiviert werden, um die Unfallzahlen weiter zu senken.