Tillmanns Kampf gegen CHD2: Spendenaktion für behindertengerechtes Auto gestartet
Tillmanns Kampf: Spendenaktion für behindertengerechtes Auto

Tillmanns Kampf gegen CHD2: Eine Mutter hofft auf Hilfe

In einem Dorf bei Stavenhagen kämpft die junge Mutter Aileen Fritz täglich für ihren fast dreijährigen Sohn Tillmann, der an der äußerst seltenen CHD2-Krankheit leidet. Diese genetisch bedingte neurologische Entwicklungsstörung ist nicht heilbar und macht den Alltag zur Herausforderung. Jetzt liegt die Hoffnung auf einer Spendenaktion, die ein behindertengerechtes Auto ermöglichen soll.

Ein langer Leidensweg bis zur Diagnose

Nach zwei Fehlgeburten war Aileen Fritz glücklich über ihre Schwangerschaft mit Zwillingen. Doch bereits während der Schwangerschaft zeigten sich Entwicklungsprobleme bei einem der Kinder. Bei der Geburt im Juni 2023 war Tillmann ein Kilo leichter als seine Zwillingsschwester und kam sofort auf die Intensivstation. „Ich habe gespürt, dass irgendetwas nicht stimmte“, erinnert sich die 36-jährige Mediengestalterin an die ersten Monate.

Ein langer Weg durch verschiedene Kliniken begann. Tillmann litt unter häufigen Lungenentzündungen und unerklärlichen Krampfanfällen. Erst nach zwölf Wochen im Westend-Krankenhaus Berlin-Spandau unter der Behandlung von Dr. Axel Panzer kam die Diagnose: CHD2. „Dr. Panzer hat uns gerettet“, erklärt die alleinerziehende Mutter, die neben den Zwillingen noch eine achtjährige Tochter hat.

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Der beschwerliche Alltag mit vielen Hilfsmitteln

Jede Woche absolviert Aileen Fritz ein umfangreiches Therapieprogramm für ihren Sohn:

  • Besuche im Sozialpädiatrischen Zentrum Greifswald
  • Logopädie in Altentreptow
  • Zweimal Physiotherapie in Neubrandenburg
  • Krabbelgruppe in Sülten
  • Babyschwimmen in Neubrandenburg

Für jede Fahrt muss sie zahlreiche Hilfsmittel transportieren: einen Reha-Buggy, einen Reha-Tisch, medizinische Utensilien, spezielle Nahrung, Windeln und Hygieneartikel. „Oft benötigen wir zusätzliche Kleidung, da Tillmann mehrfach am Tag erbricht“, berichtet die Mutter. Für das Wohlbefinden des Jungen sind zudem Toniebox, Gewichtsschlafsack und Lauftrainer unverzichtbar.

Das Auto als größtes Problem

Das aktuelle Fahrzeug der Familie ist viel zu klein für all diese Anforderungen. Platz für Tillmanns Geschwister bleibt kaum, gemeinsame Ausflüge oder Einkäufe sind nur mit zwei Autos möglich. Ein behindertengerecht umgebauter Caddy-Maxi wäre ideal – doch die Kosten von etwa 25.000 Euro für ein gebrauchtes Fahrzeug übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Mutter, die sich noch in Elternzeit befindet.

Zwar hat Aileen Fritz bei den Behörden eine Kraftfahrzeughilfe beantragt, doch die Bearbeitung dauert. Inzwischen wiegt Tillmann fast 12 Kilo, und der Transport wird immer beschwerlicher.

Spendenaktion als letzte Hoffnung

Roland Nerstheimer, Musiker der Altentreptower Band „Atoll“, hat deshalb eine Spendenaktion über die Plattform „GoFundMe“ initiiert. Unter dem Stichwort „Tillmann braucht eine Kraftfahrzeughilfe“ soll Geld für die Anzahlung eines geeigneten Fahrzeugs gesammelt werden. Jeder Cent kann dazu beitragen, der Familie mehr Mobilität und Lebensqualität zu ermöglichen.

Für Aileen Fritz sind es die kleinen Fortschritte, die zählen: Dass Tillmann mittlerweile allein sitzen kann, grenzt fast an ein Wunder. Ob er jemals laufen lernen wird, weiß niemand. Doch mit einem passenden Auto wäre zumindest der beschwerliche Alltag etwas leichter zu bewältigen.

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