Innovatives Wohnprojekt direkt am S-Bahnhof Gauting
In der Würmtal-Gemeinde Gauting entsteht ein zukunftsweisendes Wohnprojekt, das Maßstäbe im ökologischen und sozialen Bauen setzen könnte. Direkt am S-Bahnhof Gauting, Am Bahnweg 2, wird das fünfgschossige Appartementhaus "Mooritz" errichtet – mit einer geplanten Bauzeit von nur einem Jahr.
99 Wohnungen für junge Menschen und Engpassberufe
Das Gebäude bietet 99 günstige Wohnungen, die speziell für Auszubildende, Berufsanfänger und Beschäftigte in sogenannten Engpassberufen konzipiert sind. Dazu zählen insbesondere Pflegekräfte und Erzieher, die in der Region dringend benötigt werden. Der Bezug der ersten Wohnungen ist bereits für den Sommer 2027 vorgesehen, nur ein Jahr nach dem geplanten Baubeginn im Sommer 2026.
Pilotprojekt des neuen "Gebäudetyp E"
Das "Mooritz" fungiert als Pilotprojekt für den neu geschaffenen "Gebäudetyp E", der für einfacheres und schnelleres Bauen mit reduzierten Vorschriften und erhöhter Gestaltungsfreiheit steht. Die Bayerische Staatsregierung hat insgesamt 19 solcher Projekte in Bayern als Experimente genehmigt. Die wissenschaftliche Begleitung übernehmen Architekten und Forscher der Technischen Universität München (TUM).
Holzbauweise und regionale Materialien
Fast das gesamte Gebäude wird aus Holz errichtet. Der Riegel mit 685 Quadratmetern Grundriss entsteht aus vorgefertigten Wänden und Decken aus Holz, was die Bauzeit durch modulare Bauweise erheblich verkürzt. Als Dämmmaterial kommt Schilfrohr aus wiedervernässten Mooren der Region zum Einsatz – sogenanntes Paludi-Material. Die Ziegel des abgebrochenen Vorgängerbaus aus den 1940er-Jahren werden für eine Außentreppe und Hochbeeteinfassungen recycelt.
Mobilitätskonzept mit Fahrradfokus
Das Wohnhaus verzichtet bewusst auf eine Tiefgarage und Keller, was ebenfalls die Bauzeit beschleunigt. Stattdessen bietet es 130 Fahrradstellplätze (30 Prozent mehr als üblich), eine Fahrradwerkstatt und gemeinschaftliche E-Lastenräder. Ein gläserner "Setzkasten" an der Fassade zur Gleisseite soll Fahrräder der Bewohner sichtbar machen – als Kontrapunkt zu autozentrierter Architektur. Ausrangierte Fahrräder dienen als Rankgitter für Pflanzen, und Upcycling-Lampen aus Fahrradteilen schmücken die Gemeinschaftsräume.
Ökologische und soziale Gestaltung
Die Holzfassade erhält einen Terrakotta-Anstrich als Hommage an römische Ausgrabungen in Gauting. Der Name "Mooritz" mit seinen doppelten "o"-Buchstaben symbolisiert sowohl Moorpflanzen als auch die zwei Reifen eines Fahrrads. Das Grundstück wird durch einen Apfelhain, Kräuterbeete und einen Spielplatz ergänzt, was das ganzheitliche Konzept unterstreicht. Bauherr ist die BHB Unternehmensgruppe, die mit diesem Projekt demonstrieren will, wie nachhaltiges und sozialverträgliches Wohnen in kurzer Zeit realisiert werden kann.



